Wirtschaft

Ifo warnt: 2027 drohen 3 Prozent Inflation

Iran-Konflikt ohne Lösung: Darum könnten Energiepreise und Inflation in Deutschland weiter steigen – trotz kurzer Atempause.

01.09.2026, 08:38 Uhr

Das Ifo-Institut rechnet in Deutschland kurzfristig mit etwas geringerem Preisdruck, sieht bei der Inflation jedoch keine dauerhafte Entwarnung. Nach Angaben der Münchner Wirtschaftsforscher wollten im August etwas weniger Unternehmen ihre Preise anheben, unter anderem in Industrie und Handel. Die Ifo-Preiserwartungen gaben leicht von 21,6 auf 21,2 Punkte nach. Das spreche für einen etwas schwächeren Preisauftrieb in den kommenden drei Monaten.

Trotzdem dürfte die Inflation insgesamt auf hohem Niveau bleiben. Für das laufende Jahr erwartet das Ifo eine Teuerungsrate von 2,8 Prozent, für 2027 einen Anstieg auf 3,0 Prozent.

Als Belastungsfaktor verweist das Institut auf höhere Energiepreise. Seit Anfang August seien sowohl Rohöl als auch insbesondere Erdgas und Strom wieder deutlich teurer geworden. Ifo-Expertin Tiphaine Wibault erklärte, sollten der Krieg im Nahen Osten andauern und die Energiekosten hoch bleiben, könnten mittelfristig auch Lebensmittel, Dienstleistungen und andere Waren stärker im Preis steigen. Unternehmen würden ihre höheren Kosten meist zeitverzögert an Verbraucher weiterreichen.

Wie das Statistische Bundesamt zuletzt mitteilte, stieg die Inflationsrate in Deutschland im August auf 2,9 Prozent. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Kosten fürs Heizen und Tanken. Noch stärker hatten die Verbraucherpreise zuletzt Ende 2023 zugelegt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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