Wirtschaft

Ifo: Materialmangel in der Industrie eskaliert

Die Krise im Nahen Osten flaut ab – doch der Hormus-Schock trifft Industrie und Lieferketten erst jetzt mit voller Wucht.

07.07.2026, 08:34 Uhr

Materialengpässe in der Industrie nehmen wieder zu

In der deutschen Industrie verschärft sich der Mangel an Materialien erneut. Nach Angaben des Münchner Ifo-Instituts meldeten im Juni 17,2 Prozent der Unternehmen Liefer- und Materialprobleme. Das sind 1,3 Prozentpunkte mehr als im Mai. Zum Jahresbeginn im Januar hatte der Wert noch bei 5,8 Prozent gelegen.

Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe erklärte, die Straße von Hormus könne zwar wieder genutzt werden, die Auswirkungen der vorherigen Störungen seien jedoch weiterhin spürbar. Eine vollständige Erholung der internationalen Lieferketten werde noch Zeit in Anspruch nehmen.

Besonders häufig berichten derzeit die chemische Industrie sowie Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten und elektronischen beziehungsweise optischen Produkten über fehlendes Material. In diesen Bereichen ist etwa jedes dritte Unternehmen betroffen. Im Maschinenbau blieb die Lage mit 15,6 Prozent nahezu konstant. In der Autoindustrie stieg der Anteil betroffener Firmen dagegen von 10,0 auf 15,7 Prozent.

Eine Entlastung gab es unterdessen bei den Produzenten von Gummi- und Kunststoffwaren. Dort fiel der Anteil der Unternehmen mit Engpässen von 23,7 auf 11,3 Prozent. In der Getränkeindustrie wurden weiterhin keine Materialengpässe gemeldet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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