Wirtschaft

Hensoldt baut Hightech-Zentrum bei Stuttgart

Hensoldt plant bei Stuttgart ein neues Entwicklungszentrum – mit Bosch an Bord. Was hinter dem überraschenden Deal steckt.

04.08.2026, 12:47 Uhr

Das bayerische Rüstungsunternehmen Hensoldt plant in der Region Stuttgart ein neues Entwicklungszentrum mit etwa 300 Arbeitsplätzen. Dafür arbeitet der Sensor- und Radarspezialist mit Bosch zusammen. Wie Hensoldt mitteilte, sollen freie Flächen in einem derzeit ungenutzten Gebäude am Bosch-Standort in Leinfelden-Echterdingen angemietet werden. Angesprochen sind unter anderem Bosch-Beschäftigte mit Erfahrung in Systementwicklung, Softwareentwicklung und Elektrotechnik, die sich auf Stellen bei Hensoldt bewerben können.

Im Mittelpunkt des neuen Standorts sollen Software-Architekturen für vernetzte und updatefähige Verteidigungssysteme stehen. Zudem will Hensoldt dort Entwicklungsabläufe weiter ausbauen, wie sie aus der Automobilindustrie bereits seit Jahren bekannt sind. Nach Angaben eines Sprechers sollen die Flächen noch bis Ende dieses Jahres bezogen werden. Die Besetzung der rund 300 Stellen ist demnach bis Ende 2027 vorgesehen.

In Baden-Württemberg ist Hensoldt bereits an mehreren Orten vertreten, darunter Ulm, Oberkochen, Immenstaad am Bodensee, Pforzheim und Aalen.

Bosch will Know-how in der Region sichern

Bosch erklärte, man habe früh damit begonnen, den Strukturwandel in der Autoindustrie aktiv anzugehen. Ziel sei es, wichtige Kompetenzen in der Region zu halten und den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg langfristig zu stärken. Bei notwendigen Personalanpassungen setze Bosch grundsätzlich auf ein breites Maßnahmenpaket. Dazu zählten Weiterbildungsangebote, interne und externe Vermittlungsprogramme sowie Freiwilligenmodelle und Altersteilzeit.

Die angespannte Konjunktur hat Bosch im vergangenen Jahr deutlich getroffen. Besonders belastet wird der Konzern durch Probleme im Kerngeschäft der Zuliefersparte, etwa durch den langsamer als erwarteten Umstieg auf Elektromobilität. Nach Unternehmensangaben fehlt es Bosch inzwischen in mehreren Bereichen an Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb spart der Konzern spürbar bei Personal und Strukturen. Allein in der Zuliefersparte sollen in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen wegfallen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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