Wirtschaft

Grüner Wasserstoff: Südeuropas Mega-Anlage startet

Mega-Projekt in Andalusien: Aus Sonne, Wind und Abwasser sollen bald 50.000 Tonnen grüner Wasserstoff pro Jahr entstehen.

17.09.2026, 16:09 Uhr

Moeve startet Bau großer Anlage für grünen Wasserstoff in Andalusien

Der spanische Energiekonzern Moeve hat in Palos de la Frontera in Andalusien mit dem Bau einer der größten Anlagen für grünen Wasserstoff in Südeuropa begonnen. Das Vorhaben mit dem Namen „Onuba“ in der Provinz Huelva umfasst in der ersten Ausbaustufe Investitionen von rund einer Milliarde Euro. Geplant ist eine Leistung von 300 Megawatt, mit der per Elektrolyse jährlich etwa 50.000 Tonnen Wasserstoff erzeugt werden sollen. Nach Angaben der Regierung ließen sich damit rund 250.000 Tonnen CO₂ pro Jahr vermeiden.

Ministerpräsident Pedro Sánchez wertete das Projekt als bedeutenden Schritt im Kampf gegen den Klimawandel. Zugleich stärke es aus seiner Sicht die energiepolitische Unabhängigkeit sowie die industrielle Perspektive Spaniens und Europas. Gefördert wird die Anlage mit 304 Millionen Euro aus dem EU-Programm „Next Generation EU“. Wenn der Zeitplan eingehalten wird, könnte die Produktion zum Jahreswechsel 2027/2028 anlaufen. In Emden entsteht derzeit bereits eine etwas größere Anlage.

Der für die Wasserstoffproduktion benötigte Strom soll in Spanien vollständig aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie stammen. Den hohen Wasserbedarf will das Unternehmen durch die Aufbereitung von Abwasser aus Haushalten und Betrieben decken.

In einer zweiten Phase des Gesamtvorhabens, das unter dem Titel „Andalusiens grünes Wasserstoff-Valley“ läuft, ist nach Unternehmensangaben sowohl eine Erweiterung des Standorts in Palos de la Frontera als auch der Bau einer weiteren Produktionsanlage in San Roque in der Provinz Cádiz vorgesehen.

Damit soll die gesamte Kapazität auf 2.000 Megawatt wachsen. Die Jahresproduktion könnte dann auf 300.000 Tonnen grünen Wasserstoff steigen. Spanien plant langfristig, diesen Energieträger auch über Pipelines an energieintensive Industrien in anderen Ländern zu liefern, darunter Deutschland.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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