Einheitliche Bahntickets in Europa: EU-Kommissar wirbt auf Innotrans für einfachere Reisen
Zum Auftakt der Bahnmesse Innotrans in Berlin hat EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas die Bedeutung eines einheitlichen Ticketverkaufs für Zugreisen durch Europa hervorgehoben. Aus seiner Sicht zeigt sich gerade beim Fahrkartenkauf, ob es tatsächlich ein gemeinsames europäisches Bahnsystem gibt.
Sein Ziel sei klar: eine Reise, eine Buchung und umfassende Fahrgastrechte. Damit sollen grenzüberschreitende Fahrten mit verschiedenen Bahnunternehmen für Reisende deutlich unkomplizierter und attraktiver werden.
EU-Kommission hat Regeln bereits vorgeschlagen
Die EU-Kommission hatte bereits im Mai einen Vorschlag für neue Vorgaben vorgelegt. Künftig sollen Reisende online leichter erkennen können, welche Verbindungen es über Ländergrenzen hinweg von einem Ort zum anderen gibt.
Geplant ist zudem, dass große Buchungsplattformen auf Wunsch auch Fahrscheine anderer Anbieter integrieren müssen. Auf Plattformen wie denen der Deutschen Bahn ist das bislang nicht in allen Fällen möglich.
Bilger bemängelt Probleme bei der Sanierung des Schienennetzes
Bei der Eröffnungsfeier äußerte sich auch Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er kritisierte Schwierigkeiten bei der laufenden Erneuerung des deutschen Bahnnetzes. Nach seinen Worten habe das Konzept der sogenannten Korridorsanierung die hohen Erwartungen bisher nicht erfüllt.
Wenn wichtige Strecken über Monate gesperrt würden und dies für Fahrgäste wie Unternehmen erhebliche Belastungen mit sich bringe, müsse sich die Situation danach auch spürbar verbessern, so Bilger.

Zeitplan für Generalsanierungen verschoben
Gemeint sind die umfassenden Generalsanierungen der Deutschen Bahn. Dabei sollen bis Mitte der 2030er Jahre mehr als 40 stark beanspruchte Bahnstrecken über längere Zeit gesperrt und grundlegend modernisiert werden.
Weil es bei mehreren Vorhaben zu Verzögerungen gekommen ist und auch nach abgeschlossenen Arbeiten weiterhin betriebliche Probleme auftraten, hat die Bahn ihren Zeitplan deutlich nach hinten verschoben. Das Gesamtkonzept wird derzeit überarbeitet.
Neue Technologien im Mittelpunkt der Innotrans
Die 30. Innotrans steht in diesem Jahr nicht nur im Zeichen neuer Züge, sondern vor allem neuer Technologien für die Bahnbranche. Dazu zählen unter anderem die Digitalisierung der Infrastruktur sowie automatisierte Verkehrsangebote.
Nach Angaben der Messe Berlin sind 3.170 Aussteller aus 59 Ländern vertreten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber