Wirtschaft

Warum Iran-Krieg und Last-Minute-Boom Tui hart treffen

Iran-Krieg, späte Buchungen, sinkende Umsätze: Tui kämpft weiter – doch ein Hoffnungsschimmer bleibt. Was droht im Winter?

22.09.2026, 09:39 Uhr

Tui spürt Folgen von Nahost-Konflikt und spätem Buchungsverhalten

Der Reisekonzern Tui hat im Sommergeschäft die Auswirkungen des Iran-Kriegs sowie den anhaltenden Trend zu kurzfristigen Urlaubsbuchungen deutlich zu spüren bekommen. Nach vorläufigen Angaben des Unternehmens aus Hannover lag der gebuchte Umsatz im Bereich der Pauschalreisen um fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahressommers.

Für das noch bis Ende September laufende Geschäftsjahr stellt Vorstandschef Sebastian Ebel nun einen währungsbereinigten bereinigten operativen Gewinn von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro in Aussicht. Damit bewegt sich Tui in der Mitte der bislang genannten Zielspanne. Im Vorjahr hatte der Wert noch bei etwas mehr als 1,4 Milliarden Euro gelegen.

Kunden buchen weiter kurzfristiger

Nach Einschätzung des Konzerns setzt sich die Entwicklung vorerst fort. Erste Signale für die Wintersaison zeigen demnach, dass viele Reisende wegen geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheit ihre Urlaube später festmachen als früher. Tui will sich deshalb weiterhin Flexibilität bewahren, um Kapazitäten kurzfristig an die Nachfrage anzupassen.

Weiter keine Umsatzprognose

Obwohl das Geschäftsjahr 2025/26 fast abgeschlossen ist, verzichtet Ebel nach wie vor auf eine Prognose für den Umsatz. Die ursprüngliche Erwartung hatte er bereits im April wegen des Iran-Kriegs zurückgenommen und zugleich das Gewinnziel gesenkt. Damals konnten zwei Schiffe von Tui Cruises nach Ausbruch des Konflikts den Persischen Golf nicht verlassen, während viele Kunden ihre Buchungen verschoben. In der Folge reduzierte der Konzern sein Reiseangebot um fünf Prozent.

Tui-Chef Sebastian Ebel
Eine Umsatzprognose gibt Tui-Chef Ebel für das laufende Geschäftsjahr nicht ab. (Archivbild) Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Im August hatte der gebuchte Umsatz bei Pauschalreisen noch sechs Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. In den vergangenen Wochen hat sich dieses Minus etwas verringert. Für den kommenden Winter verzeichnet Tui derzeit ein Minus von sieben Prozent, zugleich habe sich die Buchungsentwicklung in den vergangenen vier Wochen wieder verbessert.

Kreuzfahrten und Hotels stützen das Geschäft

Positiv entwickelte sich unterdessen das Geschäft mit den konzerneigenen Hotels und Kreuzfahrtschiffen. Zwar sank die Auslastung von Hotelmarken wie Riu und Tui Blue im Zeitraum von Juli bis September leicht, dafür konnte Tui nach eigenen Angaben höhere Preise durchsetzen. Auch die Schiffe von Tui Cruises, Marella und Hapag-Lloyd erreichten trotz höherer Preise eine ähnlich hohe Auslastung wie im Vorjahr.

Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 will Tui wie angekündigt am 9. Dezember vorlegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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