Wirtschaft

Commerzbank-Chefin drängt auf neue Unicredit-Gespräche

Commerzbank vor dem Machtwechsel? Orlopp setzt auf Dialog mit Unicredit – ist die Übernahme jetzt kaum noch zu stoppen?

31.07.2026, 11:12 Uhr

Orlopp setzt im Ringen um die Commerzbank auf Dialog mit UniCredit

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp plädiert im Übernahmekonflikt für sachliche und konstruktive Gespräche mit der italienischen Großbank UniCredit. In einem intern verbreiteten Interview stellt sie sich darauf ein, dass die Italiener bei der Commerzbank bald die Führungsrolle übernehmen könnten. Zugleich macht sie deutlich, dass UniCredit selbst mit einer Mehrheit auf der nächsten Hauptversammlung nicht allein über grundlegende Strukturentscheidungen bestimmen könne. Zunächst hatte das Handelsblatt darüber berichtet.

Orlopp betont, für einen erfolgreichen weiteren Weg brauche es einen konstruktiven Austausch zwischen beiden Instituten. Entscheidend seien ein gemeinsames Verständnis des Geschäftsmodells sowie die Einbindung aller wichtigen Beteiligten. Die Commerzbank gehe dabei aus einer Position der Stärke in die Gespräche und könne sich auf Rückhalt im Aufsichtsrat, bei der Bundesregierung und auf Arbeitnehmerseite stützen.

Gespräche in den kommenden Wochen und Monaten

Nach Angaben der Vorstandsvorsitzenden sollen Commerzbank und UniCredit in den nächsten Wochen und Monaten besprechen, wie es Schritt für Schritt weitergeht. Dieser Prozess werde bei der Commerzbank eng abgestimmt mit dem Aufsichtsrat, den Arbeitnehmervertretern und im Austausch mit der Bundesregierung geführt.

UniCredit bereitet sich unterdessen auf eine baldige Übernahme der Kontrolle vor. Dafür ist allerdings noch die Zustimmung der Europäischen Zentralbank nötig. Nach Einschätzung der Italiener könnte diese Freigabe bereits im vierten Quartal dieses Jahres erfolgen.

Zuletzt hatte UniCredit mit einem freiwilligen Übernahmeangebot bis Anfang Juli weitere rund 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien eingesammelt. Zusammen mit dem bereits zuvor gehaltenen Anteil von 26,77 Prozent kommt die Bank damit rechnerisch auf 44,37 Prozent. Über Kaufoptionen verfügt UniCredit außerdem über Zugriff auf weitere 3,22 Prozent und könnte ihre Beteiligung damit auf 47,59 Prozent ausbauen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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