Münchner Panther wollen den Handball in die Bundesliga führen
München gilt als Stadt der großen Sporterfolge: Fußball, Basketball und Eishockey feiern dort regelmäßig Titel. Im Handball fehlt der Millionenmetropole jedoch bislang ein Team in der Bundesliga. Wenn am Samstag die Füchse Berlin und der SC Magdeburg im Supercup aufeinandertreffen, ist München deshalb erneut nur Austragungsort – noch zumindest.
Das soll sich ändern. Weltmeister Dominik Klein und Ex-Nationalspieler Steffen Weinhold haben mit den Münchner Panthern ein ehrgeiziges Projekt ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist klar: Innerhalb von etwa zehn Jahren soll der Club den Sprung in die Handball-Bundesliga schaffen. Los geht es im September in der Regionalliga Bayern, von dort aus fehlen noch drei Aufstiege bis in die höchste Spielklasse.
Klein ist überzeugt, dass Handball auch in München seinen Platz finden kann. Gerade die besondere Atmosphäre des Sports sieht er als große Chance. Handball verbinde Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, weil die Nähe zwischen Publikum und Mannschaft besonders groß sei – genau dieses Gefühl solle auch in München entstehen.
Mehr als nur eine neue Männermannschaft
Hinter den Münchner Panthern steckt allerdings weit mehr als nur ein neues Herrenteam. Das Projekt ist aus einem Zusammenschluss der Handballgemeinschaft München und des TuS Fürstenfeldbruck entstanden und verfolgt ein langfristiges Konzept. Im Mittelpunkt stehen Nachwuchsförderung, Kooperationen mit anderen Vereinen und der Aufbau professioneller Strukturen. Dass Unternehmen wie Adidas, DKB und EGYM zu den Partnern gehören, zeigt den hohen Anspruch des Vorhabens.

Klein betont vor allem die Bedeutung einer sportlichen Perspektive für junge Talente in Bayern. Nachwuchsspieler aus der Region sollen künftig nicht mehr zwingend in Städte wie Berlin, Leipzig oder Mannheim wechseln müssen, um Spitzenhandball zu erleben. Stattdessen soll sich die Überzeugung durchsetzen, dass hochklassiger Handball auch in der Heimat möglich ist.
FC Bayern bleibt außen vor
Nach Ansicht von Klein bringt München beste Voraussetzungen mit, um sich zu einem bedeutenden Handball-Standort in Deutschland zu entwickeln – nicht zuletzt wegen neuer Sportstätten und der sportbegeisterten Bevölkerung. Immer wieder war in diesem Zusammenhang auch über ein stärkeres Engagement des FC Bayern im Handball spekuliert worden.
Doch dazu wird es vorerst nicht kommen. Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass der Verein personell und von der Identifikation her höchstens eine weitere große Sportmarke neben dem Fußball aufbauen könne. Deshalb fiel die Entscheidung gegen den Profi-Handball.
Nachwuchs und Frauenbereich als nächste Schritte
Für Klein war das offenbar zusätzlicher Ansporn, mit einem eigenen Verein zu starten. Er beschreibt das Projekt gerne als Bergtour: Das große Ziel ist die Bundesliga, die Basis dafür bildet der Handballcampus München. Diesen hatte Klein vor fünf Jahren gemeinsam mit einem Partner gegründet. Inzwischen werden dort jede Woche rund 1.000 Kinder in Schulen und Kindergärten an Bewegung und Handball herangeführt.
Schon ab der kommenden Saison sollen weitere Bausteine folgen. Geplant ist der Einstieg in den leistungsorientierten Nachwuchsbereich sowie der Aufbau von Frauenteams. Für Klein bemisst sich Erfolg dabei nicht ausschließlich in Aufstiegen. Entscheidend sei auch, dass die Menschen in München Handball als festen Bestandteil des Sportangebots wahrnehmen und ganz selbstverständlich am Wochenende in die Halle gehen.
Prominente Verstärkungen für den Kader
Sportlich haben die Panther in den vergangenen Wochen regelmäßig neue Zugänge präsentiert. Kreisläufer Valentin Clarius wechselte vom Zweitligisten TuSEM Essen nach München, Torhüter Leopold Huber kam aus der U23 des SC DHfK Leipzig. Auch intern ist die Zuversicht groß, mit diesem Kader zügig die nächsten Schritte zu machen.
Als bekanntester Name im Team gilt Lucas Krzikalla. Der 32-Jährige verließ im Sommer nach 14 Jahren den SC DHfK Leipzig, der aus der Bundesliga abgestiegen ist. Krzikalla weiß, dass mit seiner Erfahrung auch die Erwartungen steigen werden. Gleichzeitig traut er der Mannschaft den sofortigen Aufstieg in die 3. Liga zu. Für ihn ist München bislang ein weißer Fleck auf der deutschen Handball-Landkarte – und genau das wollen die Panther ändern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber