Wirtschaft

Droht jetzt Diesel-Stopp? USA prüfen Exportverbot

Explodierende Spritpreise im US-Wahlkampf: Washington denkt über einen drastischen Schritt nach – mit möglichen Folgen für Europa.

23.09.2026, 01:29 Uhr

USA erwägen Stopp von Diesel-Exporten

Wegen der zuletzt stark gestiegenen Kraftstoffpreise, insbesondere bei Diesel, zieht die US-Regierung einen Exportstopp für den Treibstoff in Betracht. Am Rande der UN-Generalversammlung in New York erklärte US-Präsident Donald Trump, die Vereinigten Staaten stellten große Mengen Diesel her. Ein Aussetzen der Ausfuhren könne daher zumindest einen begrenzten dämpfenden Effekt auf die Spritpreise im Inland haben. Er setze sich schon seit einiger Zeit für einen solchen Schritt ein.

Finanzminister Scott Bessent sagte, derzeit werde geprüft, ob eine solche Maßnahme praktisch umsetzbar sei. Denkbar sei sowohl ein vollständiger Exportstopp als auch eine teilweise Begrenzung. Die Auswirkungen wären voraussichtlich nicht nur in den USA zu spüren, sondern auch in Europa. In den vergangenen Jahren waren die Vereinigten Staaten nach dem Nahen Osten einer der wichtigsten Diesel-Lieferanten für den europäischen Markt. Vor dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte Russland noch zu den bedeutendsten Lieferanten der EU gehört.

Diesel erreicht Höchststand

Im Zuge des Iran-Kriegs sind die Kraftstoffpreise in den USA deutlich gestiegen. Das entwickelt sich für Trump mit Blick auf die Kongresswahlen im November zunehmend zu einem politischen Problem. Für Benzin müssen Verbraucher in den Vereinigten Staaten im Durchschnitt inzwischen fast 50 Prozent mehr zahlen als vor Kriegsbeginn. Der Dieselpreis erreichte zuletzt sogar ein neues Rekordniveau.

Vor diesem Hintergrund hatten mehrere Republikaner zuletzt einen Exportstopp verlangt und den Iran-Krieg ungewöhnlich direkt für die hohen Preise verantwortlich gemacht. Mike Rogers, der in Michigan für einen Sitz im US-Senat kandidiert, erklärte, der Krieg im Iran müsse beendet werden, um die Kosten zu senken. Unterstützung für die Forderung nach einem Exportstopp kam unter anderem von der Abgeordneten Ashley Hinson aus Iowa sowie vom Senator Dan Sullivan aus Alaska.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen