An Mexikos Pazifikküste laufen wegen des äußerst starken Hurrikans „Polo“ umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums (NHC) in Miami erreichte der Wirbelsturm kurz nach seiner Entstehung am Montag rasch die höchste Einstufung der Kategorie 5. An vielen Stränden weisen rote Flaggen auf ein Badeverbot hin. In mehreren Küstenregionen wurde der Unterricht teilweise ausgesetzt, zudem bleiben einige Häfen, darunter Acapulco, vorerst geschlossen.
Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, nach aktuellem Stand werde „Polo“ wohl nicht direkt auf Land treffen. Dennoch müsse in Bundesstaaten wie Michoacán, Jalisco und Colima mit starken Regenfällen gerechnet werden. Die Bevölkerung wurde deshalb aufgefordert, den Anweisungen des Zivilschutzes zu folgen.
Sturm mehrere Hundert Kilometer vor der Küste
Am Dienstag lag „Polo“ mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 285 Kilometern pro Stunde und noch stärkeren Böen rund 345 Kilometer südlich des Ferienortes Zihuatanejo. Laut NHC soll sich das System in den kommenden Tagen nur langsam über dem Meer parallel zur Küste bewegen. Veränderungen bei der Windstärke seien dabei möglich.
Der mexikanische Wetterdienst geht davon aus, dass sich der Hurrikan der Küste vor Michoacán am Donnerstag am stärksten nähert – bis auf etwa 200 Kilometer. Meteorologen warnen, dass der heftige Regen Überschwemmungen und Erdrutsche verursachen könnte.
Die Hurrikansaison im Pazifik beginnt jeweils am 15. Mai, im Atlantik am 1. Juni; beide enden am 30. November. Während sich im Pazifik bereits kräftige Stürme bilden, ist die Saison im Atlantik in diesem Jahr bislang ungewöhnlich ruhig geblieben. Nach Einschätzung der US-Klimabehörde NOAA hängt das mit dem starken Klimaphänomen El Niño zusammen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber