Wirtschaft

Rheinmetall boomt – warum sinkt trotzdem die Prognose?

Panzer, Schiffe, Satelliten: Rheinmetall verdient prächtig – doch ein überraschender Dämpfer lässt Anleger aufschrecken.

05.11.2026, 11:22 Uhr

Rheinmetall wächst kräftig, senkt aber erneut die Jahresziele

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall bleibt auf Expansionskurs, passt seine Erwartungen für das laufende Jahr jedoch nach unten an. In den ersten neun Monaten legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 38 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zu. Noch stärker fiel der Gewinnanstieg aus: Das operative Ergebnis kletterte um 69 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Trotz der starken Entwicklung rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr inzwischen nur noch mit einem Umsatz von etwa 13,2 Milliarden Euro. Zuvor hatte Rheinmetall eine Spanne von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Auch bei der Profitabilität werden die Erwartungen etwas zurückgenommen. Als Gründe nennt der Konzern wahrscheinliche Verzögerungen beim Boxer-Transportpanzer sowie bei Artilleriemunition. An der Börse sorgte die Korrektur für Verunsicherung: Die Aktie verlor am Donnerstagvormittag zeitweise bis zu 16 Prozent.

Unternehmenschef bleibt zuversichtlich

Es ist bereits die zweite Anpassung der Prognose in diesem Jahr. Schon im August hatte Rheinmetall seine Ziele reduziert, nachdem das Bundesverteidigungsministerium das milliardenschwere F126-Fregattenprojekt gestoppt hatte.

Vorstandschef Armin Papperger zeigte sich dennoch überzeugt vom weiteren Kurs des Unternehmens. Das Wachstum sei stabil und nachhaltig, erklärte er. Zugleich verwies er auf die hohe Auslastung und die gute Ertragslage. Der umfangreiche Auftragsbestand ermögliche es Rheinmetall, die Produktionskapazitäten weiter auszubauen.

Zum Portfolio des Konzerns zählen unter anderem Artilleriemunition, Panzer, Flugabwehrsysteme, militärische Lastwagen, Schiffe, Drohnen und Satellitenbilder. Auch personell wächst das Unternehmen deutlich: Inzwischen beschäftigt Rheinmetall rund 31.000 Menschen in Vollzeit – etwa 6.000 mehr als noch vor einem Jahr.

Der Hauptsitz des Konzerns befindet sich in Düsseldorf, das größte Werk steht im niedersächsischen Unterlüß. In Neuss wird zudem ein früheres Autoteile-Werk derzeit für die Fertigung militärischer Produkte umgerüstet, darunter Flugabwehrtürme und Satellitentechnik.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen