Deutliche Unterschiede bei Arbeitskosten zwischen den Bundesländern
Die Arbeitskosten in Deutschland unterscheiden sich auch 2024 je nach Region erheblich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der Durchschnittspreis für eine Arbeitsstunde in Mecklenburg-Vorpommern bei 36,40 Euro und damit rund 13 Euro unter dem Wert in Hamburg, wo 49,41 Euro fällig wurden. In die Berechnung fließen alle Arbeitgeberaufwendungen ein, also neben dem Bruttolohn auch Sozialabgaben sowie Kosten für Aus- und Weiterbildung.
Ein Grund für die regionalen Abweichungen ist die unterschiedliche Wirtschaftsstruktur der Länder. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, wo der Tourismus eine größere Bedeutung hat, prägen Gastronomie und Beherbergung den Arbeitsmarkt stärker. Diese Branchen zählen mit durchschnittlichen Kosten von 25,73 Euro beziehungsweise 26,68 Euro je Stunde zu den günstigsten.
In diesen Bereichen ist Arbeit besonders teuer
Sehr hohe Arbeitskosten fallen dagegen in der Tabakindustrie an, wo eine Stunde Arbeit im Schnitt 75,82 Euro kostet. Noch höher liegen die Werte im Luftverkehr bei der Personenbeförderung mit 83,78 Euro. Hier wirken sich insbesondere die hohen Gehälter von Pilotinnen und Piloten aus. Das trägt auch dazu bei, dass Hessen mit dem Frankfurter Flughafen bundesweit auf 47,83 Euro je Arbeitsstunde kommt und damit zu den teuersten Ländern zählt.
Überdurchschnittlich hoch sind die Kosten zudem im Finanz- und Versicherungssektor. Dort lag der Wert bei 62,31 Euro pro Stunde.
Im bundesweiten Durchschnitt beliefen sich die Arbeitskosten 2024 auf 44,32 Euro je Stunde. Ähnlich niedrige Werte wie in den Küstenländern finden sich in allen ostdeutschen Flächenländern. Im Mittelfeld liegen Saarland, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Zu den Ländern mit den höchsten Arbeitskosten gehören Hessen, Baden-Württemberg, Bayern sowie die Stadtstaaten inklusive Berlin. Neuere Daten liegen laut Statistischem Bundesamt derzeit nicht vor.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber