Weiterer Fall mutmaßlicher Kühlhaus-Manipulation in Bayern
In Bayern ist offenbar ein weiterer Betrieb Ziel eines Angriffs auf seine Kühltechnik geworden. Betroffen ist nach Medienberichten ein Gastronomieunternehmen im Landkreis Roth. Zunächst hatten die „Nürnberger Nachrichten“ darüber berichtet.
Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken bestätigte den Vorfall. Demnach ermittelt inzwischen die Kriminalpolizei in Schwabach. Der Betreiber beziffert den entstandenen Schaden nach eigenen Angaben auf rund 5.000 Euro.
Nach bisherigen Erkenntnissen wurde die Solltemperatur der Kühlanlage per Software auf 150 Grad gesetzt. Ein ähnliches Vorgehen war bereits bei einer Metzgerei in der Oberpfalz festgestellt worden. Dort sollen Unbekannte mehrere Kühlhäuser manipuliert haben, sodass sich diese in der Nacht zum Montag stark aufheizten. Darauf hatte das Polizeipräsidium Regensburg hingewiesen.
Bei dem betroffenen Metzgereibetrieb im Landkreis Neustadt an der Waldnaab entstand laut Ermittlern ein Schaden im fünfstelligen Bereich. Die Behörden prüfen zudem, ob der Vorfall mit weiteren Attacken auf Kühlsysteme von Supermärkten in Europa in der Nacht zum 2. November zusammenhängt.
Erst kürzlich war auch ein Supermarkt im niederbayerischen Reisbach betroffen. Dort musste ein großer Teil der gekühlten Waren entsorgt werden. Die Polizei ruft Unternehmen dazu auf, verdächtige Cyberangriffe sofort zu melden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber