Wirtschaft

Diehls Rüstung treibt Gewinne auf Rekordkurs

Fünf Sparten, doch nur eine treibt Diehl plötzlich an die Spitze: Warum ausgerechnet die Rüstung alles überstrahlt.

07.07.2026, 14:45 Uhr

Beim Technologiekonzern Diehl haben sich Umsatz und Gewinn vor allem wegen des boomenden Rüstungsgeschäfts deutlich erhöht. Maßgeblich dazu beigetragen hat das international stark nachgefragte Flugabwehrsystem IRIS-T. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg der Nettogewinn im Jahr 2025 auf 492,3 Millionen Euro, nach 343,5 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz legte zugleich um 15 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro zu. Davon entfielen 2,3 Milliarden Euro auf das Verteidigungsgeschäft. Für das laufende Jahr rechnet Diehl mit Erlösen von rund sechs Milliarden Euro.

IRIS-T in 21 Staaten im Einsatz

Aktuell liefert Diehl das Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM an die Streitkräfte von 21 Ländern, darunter Deutschland und die Ukraine. Nach Angaben von Rüstungsvorstand Helmut Rauch sind allein in der Ukraine zehn Feuereinheiten im Einsatz. Die Unterstützung der ukrainischen Armee solle weitergehen. Zudem habe Diehl seine Produktionskapazitäten seit 2022 nach Unternehmensangaben um das 20-Fache ausgebaut, ohne genaue Stückzahlen zu nennen.

Neues System mit größerer Reichweite geplant

Parallel arbeitet das Unternehmen an einer erweiterten Variante namens IRIS-T SLX. Dieses System soll größere Distanzen abdecken und Ziele in höherer Flughöhe bekämpfen können. Ballistische Raketen werde es zwar nicht abfangen können, erklärte Rauch. Dennoch könne es künftig einen Teil der Aufgaben übernehmen, die bislang vor allem dem US-System Patriot zufallen. Bis 2031 will Diehl außerdem ein Überschall-Abwehrsystem zur Marktreife bringen.

Mehr Beschäftigte in der Defence-Sparte

Die Verteidigungssparte von Diehl hat ihre Belegschaft im vergangenen Jahr kräftig ausgebaut: Die Zahl der Mitarbeiter stieg um mehr als 800 auf über 5.400. Weltweit beschäftigt der Konzern inzwischen fast 20.000 Menschen, davon rund 13.000 in Deutschland. Nach Aussage von Rauch investiert Diehl an allen deutschen Standorten. Auch bei der Personalsuche sehe das Unternehmen derzeit keine Schwierigkeiten. Viele Bewerbungen kämen aus der kriselnden Automobilindustrie.

Fünf Geschäftsbereiche im Konzern

Neben dem Verteidigungsgeschäft ist Diehl unter anderem in den Bereichen Wassermesstechnik, Metallverarbeitung und Luftfahrttechnik aktiv. Insgesamt umfasst der Konzern fünf Sparten. In den vergangenen drei Jahren hat sich die Rüstungssparte dabei zur tragenden Säule des Unternehmens entwickelt. Zum 1. September soll zudem Cornelius Weitzmann neu zu Diehl kommen. Er übernimmt die Funktion des Vorstandssprechers und wird zugleich die Bereiche Strategie und Technologie verantworten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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