Wirtschaft

Bosch-Hammer: 750 Jobs in Abstatt fallen weg

750 Jobs weg bei Bosch in Abstatt – Asien setzt den Standort unter Druck. Doch ausgerechnet welche Bereiche trifft es jetzt?

05.11.2026, 08:12 Uhr

Bosch streicht in Abstatt weitere 750 Jobs bis 2029

Der angeschlagene Technologiekonzern Bosch will an seinem Standort in Abstatt im Landkreis Heilbronn in der Mobilitätssparte weitere 750 Arbeitsplätze abbauen. Der Stellenabbau soll bis Ende 2029 umgesetzt werden und nach Unternehmensangaben möglichst sozialverträglich erfolgen. Zuerst hatte das Handelsblatt darüber berichtet.

Als Gründe nennt Bosch die schwierige Konjunktur und den tiefgreifenden Strukturwandel in der Autoindustrie. Weltweit stagniere die Fahrzeugproduktion, in Europa sei die Nachfrage sogar rückläufig. Gleichzeitig wachse der Druck bei Kosten, Tempo und Produktivität – insbesondere durch asiatische Wettbewerber. Besonders stark betroffen ist innerhalb des Konzerns die Mobilitätssparte in Deutschland. Dort sollen laut einer Sprecherin über verschiedene Zeiträume hinweg bislang mehr als 23.000 Stellen wegfallen.

Konkurrenz aus Asien erhöht den Druck

Bosch verweist außerdem auf Veränderungen im Markt für Bremstechnik. Seit einigen Jahren verschiebe sich das Portfolio in diesem Bereich deutlich, während die Nachfrage nach kosteneffizienten Lösungen stark steige. Vor allem moderne integrierte Bremssysteme stünden unter deutlich stärkerem Preiswettbewerb. Zudem drängten neue Anbieter aus Asien mit günstigeren Lösungen zunehmend auf den europäischen Markt.

Auch technologische Neuerungen spielen eine wichtige Rolle. Elektronische Bremssysteme, bei denen die direkte mechanische oder hydraulische Verbindung zwischen Bremspedal und Radbremsen entfällt, werden laut Bosch immer häufiger zunächst mit chinesischen Kunden eingeführt und gemeinsam mit den lokalen Bosch-Standorten entwickelt. Dadurch würden in Abstatt weniger Kapazitäten benötigt.

Am Standort Abstatt arbeiten insgesamt rund 5.300 Menschen. Der Geschäftsbereich Vehicle Motion entwickelt und vertreibt dort unter anderem Bremssysteme, Software für die Fahrzeugbewegung, Insassenschutzsysteme und Fahrzeugsensorik. Nicht vom Personalabbau betroffen sind laut Bosch der Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions, der Fahrzeugelektronik, Sensorik und Software bündelt, sowie die Tochter Bosch Engineering GmbH.

Konzern steht weltweit unter Druck

Die Probleme des Konzerns reichen über Abstatt hinaus. Bosch kämpft weiterhin mit einer schwachen Weltkonjunktur und anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten. Im ersten Halbjahr 2026 machte der Technologiekonzern und Autozulieferer keine großen Sprünge: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro.

Das Wachstum ging jedoch vor allem auf Zukäufe zurück. Bosch hatte im vergangenen Jahr das Geschäft mit Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik von Johnson Controls und Hitachi übernommen. Bei der Profitabilität musste der Konzern dagegen Einbußen hinnehmen: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (operatives Ebit) sank von 2,3 Milliarden auf 2,2 Milliarden Euro.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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