Wirtschaft

Dax knackt Bestmarke!

Neuer Dax-Rekord! Der Leitindex knackt überraschend die Bestmarke – was jetzt hinter dem Börsenhoch steckt.

05.11.2026, 09:58 Uhr

Der Dax hat ein neues Rekordhoch erreicht. Der deutsche Leitindex stieg zwischenzeitlich auf 26.671,19 Punkte und übertraf damit den bisherigen Höchststand von 26.618,74 Punkten, der im August erreicht worden war.

Für kräftigen Rückenwind sorgten zuletzt die US-Zwischenwahlen. Der überraschend klare Erfolg der Demokraten nährte die Hoffnung auf einen außenpolitisch milderen Kurs der USA. Der deutliche Sieg im Repräsentantenhaus und im Senat hatte bereits den Dow Jones Industrial am Mittwoch spürbar nach oben getrieben. Zwar können die Demokraten die Politik von US-Präsident Donald Trump nicht einfach umkehren, sie dürften sie aber zumindest deutlich ausbremsen.

Auch andere Börsen legten zu: Der MDax gewann 0,98 Prozent auf 31.484 Punkte, der EuroStoxx 50 stieg um 0,6 Prozent.

Hoffnung auf mehr Berechenbarkeit

An den Märkten wurde das Wahlergebnis vor allem als Signal für mehr Stabilität und Vorhersehbarkeit gewertet. Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank betonte, dass das Resultat schnell feststand, eindeutig ausfiel und von Trump akzeptiert wurde. Zudem senke geteilte politische Macht das Risiko überraschender Entscheidungen – ein Umfeld, das Anleger in der Regel schätzen.

Ökonomen mahnten jedoch, die erste Euphorie nicht zu überschätzen. In den vergangenen Jahrzehnten seien die Aktienmärkte in den Wochen nach den Midterms häufig ohnehin deutlich gestiegen.

Beginn einer Jahresendrally?

Marktbeobachter sehen in der Entwicklung dennoch möglichen Rückenwind für die kommenden Wochen. Timo Emden, Marktanalyst beim Broker CapTrader, hält einen Startschuss für eine mögliche Jahresendrally für denkbar. Zugleich warnte er, dass geopolitische und geldpolitische Risiken damit nicht verschwunden seien. Als Belastungsfaktoren nannte er unter anderem die Lage im Nahen Osten, Inflations- und Zinssorgen sowie Unsicherheiten rund um das Thema KI.

Trump bleibt weiterhin ein Machtfaktor

Trotz der Wahlniederlage der Republikaner bleibt Trumps Einfluss groß. Er kann weiter sein Veto gegen Gesetze einlegen. Selbst bei Mehrheiten der Demokraten in beiden Kongresskammern wäre es schwierig, ein Veto mit den erforderlichen Zweidrittelmehrheiten zu überstimmen.

Ökonomen hatten zudem bereits kurz nach der Wahl darauf hingewiesen, dass Trumps Zollpolitik die deutsche Wirtschaft weiter belasten könnte, weil viele Maßnahmen per Dekret am Kongress vorbei durchgesetzt werden können. Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin, rechnet dennoch damit, dass es für Trump schwerer werden dürfte, den Handelskonflikt mit Europa immer wieder zu verschärfen. Über das Budgetrecht könne der Kongress zudem militärische Eskalationen, etwa mit dem Iran, stärker begrenzen. Das könnte nach seiner Einschätzung auch die Energiepreise dämpfen.

Viele Unternehmen legen Quartalszahlen vor

Zusätzliche Unterstützung erhielt der Dax durch positive Unternehmensberichte und sinkende Ölpreise. Aus dem Leitindex berichteten am Donnerstag Rheinmetall, Deutsche Telekom, DHL Group, Siemens Healthineers, Commerzbank sowie Hochtief über den Geschäftsverlauf im abgelaufenen Quartal.

Für Anleger von Rheinmetall wurde es allerdings ein schwarzer Tag. Nachdem der Rüstungskonzern am Vorabend erneut seine Prognose gesenkt hatte, brachen die Aktien zwischenzeitlich um fast 17 Prozent ein und lagen klar am Ende des Leitindex.

Die starke Entwicklung an den Börsen steht weiter in deutlichem Kontrast zur Lage in Teilen der deutschen Wirtschaft. Vor allem in der Industrie bauen Unternehmen tausende Stellen ab, weil Handelskonflikte und wachsende Konkurrenz Absatzmärkte unter Druck setzen. An der Börse richtet sich der Blick jedoch häufig weniger auf die aktuelle Konjunktur als auf die künftigen Gewinnerwartungen der 40 Dax-Unternehmen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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