Bayern

Schock für Niederbayern: Beliebter CSU-Politiker weg

Trotz politischer Differenzen verband sie Entscheidendes: Warum Bernreiter Aiwanger jetzt als verlässlichen Partner würdigt

05.11.2026, 09:07 Uhr

Der unerwartete Tod von Hubert Aiwanger hat in Bayern und besonders in Niederbayern tiefe Bestürzung ausgelöst. Der niederbayerische CSU-Bezirkschef Christian Bernreiter bezeichnete den stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten als wichtigen Pfeiler der bürgerlichen Regierungskoalition im Freistaat. Auf Aiwangers Zusagen sei stets Verlass gewesen, sagte der Verkehrsminister in Straubing. Jetzt sei die Zeit, innezuhalten und Dankbarkeit zu zeigen.

In Bayern regieren CSU und Freie Wähler gemeinsam, deren Vorsitzender Aiwanger war. Bernreiter betonte, dass es zwar nicht in allen Fragen Einigkeit gegeben habe. Verbunden habe beide aber der Einsatz für die Heimat, für Niederbayern und ganz Bayern sowie ein christlich-konservatives Werteverständnis. Mit Aiwanger verliere Niederbayern einen populären und engagierten Politiker.

Auch in seiner Heimatregion ist die Fassungslosigkeit groß. Der Bürgermeister von Rottenburg an der Laaber, Laurentius Seidl (CSU), sprach von einem großen Verlust über Parteigrenzen hinweg. Mit Aiwanger verliere die Region einen Politiker, der nicht so leicht zu ersetzen sei. "Wir verlieren einen großen Rottenburger mit ihm", sagte Seidl am Morgen nach dessen Tod. Viele Menschen in der Stadt im Landkreis Landshut seien geschockt.

Nach Seidls Worten galt es für Rottenburg mit seinen gut 8.400 Einwohnern als etwas Besonderes, den stellvertretenden Regierungschef in der Stadt zu haben. Aiwanger sei in seiner Heimat tief verwurzelt gewesen und habe stets den Kontakt zu den Menschen gesucht. Der Landkreis Landshut war sein Wahlkreis. Geboren wurde Aiwanger 1971 im nahe gelegenen Ergoldsbach, rund 13 Kilometer östlich von Rottenburg.

Seidl schilderte Aiwanger als äußerst präsent und bodenständig. Wann immer es ihm möglich gewesen sei, habe er Veranstaltungen besucht, mit Bürgerinnen und Bürgern gesprochen und sich Zeit genommen. "Er war nahbar", sagte der Bürgermeister. Für die Menschen vor Ort sei er ein sehr engagierter Politiker gewesen.

Umso größer ist laut Seidl der Schock, weil Aiwanger bei Begegnungen stets fit, energiegeladen und voller Elan gewirkt habe. Man habe nicht damit gerechnet, dass ihn irgendetwas so plötzlich aus dem Leben reißen könne.

Der 55-Jährige war am frühen Mittwochabend leblos in einem Hotel in Berlin entdeckt worden. Zur Todesursache machten die Behörden zunächst keine Angaben. Nach Informationen aus seinem Umfeld soll Aiwanger tagsüber gesundheitlich angeschlagen gewesen sein.

Seidl kündigte an, im Laufe des Tages oder am Freitag Kontakt zu Aiwangers Familie aufnehmen zu wollen. Der Niederbayer lebte mit der Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger zusammen und hatte zwei Kinder.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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