Die spanischen Behörden haben weit vor der Küste Galiciens im Nordwesten des Landes eine Segeljacht mit rund 2,1 Tonnen Kokain gestoppt. Nach Angaben der Steuer- und Zollbehörde AEAT befand sich das Boot etwa 650 Kilometer vor der Küste. Vier Crewmitglieder aus Argentinien, Uruguay, Kolumbien und Albanien wurden festgenommen. Zudem wurde in Girona ein weiteres mutmaßliches Mitglied der Gruppe gefasst. Die Jacht wurde anschließend nach Vigo geschleppt.
Das 14 Meter lange Segelboot fuhr unter polnischer Flagge und war den Ermittlern bereits seit geraumer Zeit aufgefallen. Laut AEAT stand die Jacht seit ihrer Abfahrt im Juli aus dem Hafen von Roses an der spanischen Mittelmeerküste nahe der französischen Grenze unter Beobachtung.
Nach Einschätzung der Behörden deutet vieles auf eine kriminelle Bande hin, die sich auf Drogentransporte per Segelboot spezialisiert hat. Demnach soll die Gruppe ihre Dienste auch Organisationen aus Osteuropa und dem Balkan angeboten haben. An dem Einsatz waren neben den spanischen Behörden auch der französische Zoll, die Polizei aus Polen und Großbritannien sowie die US-Antidrogenbehörde DEA beteiligt.
Zur Herkunft des Kokains sowie dazu, wann und wo die Ladung an Bord gebracht wurde, machte die AEAT zunächst keine näheren Angaben. Die Behörde erklärte lediglich, die Aktion sei Teil des Vorgehens gegen den Drogenhandel auf der sogenannten Atlantik-Kokainroute. Auf dieser Route würden häufig Segelboote aus Südamerika eingesetzt, die Drogen mitten auf dem Atlantik umladen, um sie anschließend möglichst unauffällig nach Europa zu bringen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber