Tausende Beschäftigte der Autoindustrie beteiligen sich in Bayern an IG-Metall-Protesten
In Bayern haben sich am Aktionstag der IG Metall tausende Beschäftigte aus der angeschlagenen Autoindustrie an Protesten beteiligt. Die bundesweite Initiative lief unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“ und richtet sich vor allem gegen großflächigen Stellenabbau sowie drohende Schließungen von Standorten.
In Ingolstadt versammelten sich nach Angaben des Betriebsrats bei Audi mehr als 5.000 Menschen. Der zum Volkswagen-Konzern gehörende Hersteller ist erneut von Sparplänen betroffen. Aus Sicht des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Jörg Schlagbauer sind zentrale Fragen bislang ungeklärt. Er stellte dem Management harte Auseinandersetzungen in Aussicht und machte deutlich, dass der Betriebsrat nicht stillhalten werde.
Auch in München gab es Proteste: Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich rund 250 Personen an einem Autokorso mit etwa 100 Fahrzeugen rund um das BMW-Werk. Beim Autobauer stehen tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel. Darüber hinaus leiden auch andere Unternehmen in der bayerischen Landeshauptstadt unter der Krise der Branche. In Nürnberg demonstrierten außerdem etwa 500 Beschäftigte bei Bosch. Dort befürchtet die IG Metall ebenfalls Stellenabbau oder sogar eine Schließung des Werks.
Ott wirft Unternehmen verdeckten Sparkurs vor
Der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Horst Ott übte scharfe Kritik an den Arbeitgebern. Einige verlangten längere Arbeitszeiten, obwohl vielerorts nicht einmal genügend Arbeit für eine 35-Stunden-Woche vorhanden sei. Tatsächlich gehe es den Unternehmen aus seiner Sicht darum, Jobs abzubauen und die Einkommen der Beschäftigten zu drücken. Im internationalen Wettbewerb, besonders mit Ostasien, könne man jedoch nicht über niedrigere Löhne bestehen, sondern nur durch Innovationen und bessere Produkte.

Nach Angaben der Gewerkschaft waren in Bayern bei mehr als 50 Betrieben Aktionen geplant. Bundesweit rechnete die IG Metall mit über 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an rund 200 Standorten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber