Wirtschaft

Brent-Rohöl knackt die 100-Dollar-Marke

Öl-Schock an den Märkten: Brent knackt 100 Dollar – dahinter steckt die Eskalation an der Straße von Hormus.

09.09.2026, 09:21 Uhr

Der Preis für Rohöl der Sorte Brent ist am Mittwoch wieder über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Ausschlaggebend sind neue gegenseitige Angriffe der USA und des Iran rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Öltransport.

Steigende Rohölpreise machen in der Regel nicht nur das Tanken teurer, sondern oft auch das Heizen mit Öl und Gas. Zudem kann ein hoher Ölpreis die Inflation insgesamt anheizen, weil Energie in vielen Bereichen der Wirtschaft ein zentraler Kostenfaktor ist.

USA greifen iranische Tanker an

In der Nacht verschärfte sich der Konflikt um die Kontrolle über die Straße von Hormus erneut. Nach Angaben des US-Militärs wurden als Vergeltung für iranische Angriffe auf ein amerikanisches Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker zerstört, einer davon soll versenkt worden sein.

Die iranischen Revolutionsgarden reagierten nach eigenen Angaben mit schweren Raketenangriffen auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien. Laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra fing die Armee 20 ballistische Raketen ab. Außerdem reklamierte der Iran weitere Angriffe auf mehrere Schiffe in der Region der Straße von Hormus für sich.

Jahreshoch liegt bei 126 Dollar

Schon Mitte Juli war der Brent-Preis kurzzeitig über 100 Dollar gestiegen. Vom bisherigen Jahreshoch von rund 126 Dollar ist der Ölpreis aber noch deutlich entfernt. Dieser Stand war Ende April erreicht worden, als der Beginn des Krieges gegen den Iran durch die USA und Israel die Preise kräftig nach oben trieb.

Die Straße von Hormus hat sich im Verlauf des jüngsten Krieges zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt. Der Iran blockiert den Schiffsverkehr durch Drohungen und Angriffe weiterhin weitgehend. Die Meerenge ist für den Transport von Öl, Flüssigerdgas und Dünger von großer Bedeutung.

Umkämpfte Lebensader der Weltwirtschaft

Die Straße von Hormus liegt zwischen Iran und Oman und ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. An ihrer engsten Stelle ist sie rund 50 Kilometer breit, die schiffbaren Passagen in beide Richtungen sind jeweils nur etwa drei Kilometer breit.

Am Persischen Golf liegen mehrere wichtige Förderländer, darunter Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Iran. Vor dem Krieg war die Passage für den Schiffsverkehr offen. Täglich lief dort rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte hindurch.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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