Der Facebook-Konzern Meta soll im US-Bundesstaat New Mexico wegen des Datenschutzskandals um Cambridge Analytica eine Strafe von 25 Milliarden Dollar zahlen. Zuvor hatten Geschworene entschieden, dass Facebook Nutzer beim Datenschutz sowie mit Blick auf die Redefreiheit in die Irre geführt habe.
Der zuständige Richter kam in seiner Entscheidung zunächst auf einen Strafbetrag von knapp 219,5 Milliarden Dollar, senkte die Summe jedoch noch im selben Satz auf 25 Milliarden Dollar – umgerechnet rund 22,25 Milliarden Euro. Grundlage waren Millionen festgestellter Verstöße, für die jeweils bis zu 5.000 Dollar angesetzt werden konnten.
Meta reagierte inzwischen auf die Entscheidung und zeigte sich überzeugt, sich in einem Berufungsverfahren durchsetzen zu können. Der Konzern erklärte zudem, die Entscheidung sowie das Vorgehen des Generalstaatsanwalts von New Mexico, der die Klage eingereicht hatte, machten es "so gut wie unmöglich", weiterhin in dem Bundesstaat tätig zu sein. Bereits nach dem Geschworenenurteil vor einigen Wochen hatte Meta betont, mit der Bewertung nicht einverstanden zu sein und sich weiter gegen die Vorwürfe verteidigen zu wollen.
Ein Skandal mit Folgen
Der Fall Cambridge Analytica hatte 2018 das Vertrauen in Facebook massiv beschädigt. Dabei wurden Daten aus einer harmlos wirkenden Umfrage eines Forschers genutzt, um Nutzerprofile zu erstellen und mit der Analysefirma Cambridge Analytica zu teilen. Auch das Team des damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump griff vor der US-Wahl 2016 darauf zurück. Insgesamt waren rund 87 Millionen Nutzerkonten betroffen.
Meta beziehungsweise der damalige Facebook-Konzern zahlte in dem Zusammenhang unter anderem rund sechs Milliarden Dollar an die US-Regierung, um Ermittlungen beizulegen. New Mexico reichte 2021 Klage ein und weitete die Vorwürfe auch auf Fragen der Meinungsfreiheit auf der Plattform aus. Hintergrund waren spätere Enthüllungen im Zuge der Aufarbeitung des Skandals. So hieß es in einem Whistleblower-Bericht unter anderem, dass einige prominente Konten heimlich von Regeln zu erlaubten Inhalten ausgenommen worden sein sollen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber