Die EU-Mitgliedstaaten haben sich im Streit über umstrittene Cookie-Banner auf eine gemeinsame Linie verständigt. Nach Angaben aus einer Mitteilung weisen sie einen Vorschlag der Europäischen Kommission zurück, der die Zahl der aufpoppenden Cookie-Abfragen im Netz verringern sollte.
Die Kommission aus Brüssel hatte angeregt, dass Nutzerinnen und Nutzer ihre Cookie-Präferenzen direkt auf ihrem Endgerät hinterlegen können. Diese Einstellungen sollten dann automatisch an Websites weitergegeben werden, sodass eine erneute Zustimmung oder Ablehnung nicht jedes Mal nötig wäre.
EU-Länder setzen auf anderen Weg gegen Cookie-Flut
Stattdessen wollen die Mitgliedsländer den Druck auf Internetnutzer durch weitergehende Ausnahmen für Webseitenbetreiber senken. Demnach sollen Anbieter bestimmte Cookies auch ohne vorherige Zustimmung verwenden dürfen, etwa wenn sie für die Bereitstellung eines Dienstes, für Reichweitenanalysen oder für die IT-Sicherheit notwendig sind.
Bevor mögliche Neuregelungen tatsächlich gelten, müssen sich die Vertreter der EU-Staaten und das Europäische Parlament noch auf einen gemeinsamen Text einigen. Eine offizielle Haltung des Parlaments liegt bisher allerdings nicht vor. Weil neben den Cookie-Regeln auch zahlreiche weitere Änderungen im Digitalrecht verhandelt werden, dürften sich die Gespräche noch über Wochen oder sogar Monate hinziehen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber