Wirtschaft

Beim Fußball im TV zocken die meisten heimlich nebenbei

WM-Anpfiff - und keiner schaut nur hin? Warum Millionen Fans beim Fußball heimlich aufs Handy schielen.

06.06.2026, 05:00 Uhr

Viele Fußball-Fans greifen beim TV-Schauen parallel zum Handy

Wer Fußball im Fernsehen verfolgt, ist häufig nicht nur auf den Bildschirm konzentriert. Das legt eine Umfrage von O2 Telefónica unter 1.006 Mobilfunknutzern in Deutschland nahe. Demnach gaben lediglich 24 Prozent an, während einer Live-Übertragung nebenher nichts anderes zu tun.

Besonders verbreitet ist die Nutzung von Messenger-Diensten: 48 Prozent lesen oder schreiben während des Spiels Nachrichten auf dem Smartphone. Rund ein Drittel schaut zusätzlich in soziale Netzwerke. Etwa jeder Vierte telefoniert oder verschickt Sprachnachrichten. Jeder Fünfte surft im Internet, und ungefähr jeder Sechste beschäftigt sich sogar mit Online-Einkäufen. Mehrfachantworten waren möglich. Befragt wurden Menschen im Alter von 18 bis 75 Jahren.

Zweiter Bildschirm wird immer wichtiger

Für O2-Technikexperte Matthias Sauder zeigen die Ergebnisse deutlich den Trend zum sogenannten „Second Screen“. Gemeint ist, dass Zuschauer parallel zur TV-Übertragung ein weiteres Gerät wie Smartphone oder Tablet nutzen. Aus seiner Sicht entwickelt sich die WM damit zu einem digitalen Live-Erlebnis auf mehreren Displays: Fans schauen die Spiele, chatten, streamen, teilen Inhalte und kaufen teils sogar parallel ein.

Nach Einschätzung des Unternehmens gehört Fußball zu den wichtigsten Auslösern für stark steigenden mobilen Datenverkehr. Sobald Partien beginnen, nehme die Netzlast deutlich zu. Das liege nicht allein an Livestreams, sondern auch daran, dass viele Fans währenddessen zusätzlich mobil online aktiv sind.

O2 Telefónica
Das O2-Logo samt Fahnen ist vor dem Düsseldorfer Standort der Firma zu sehen – früher war in dem Gebäude die E-Plus-Zentrale, 2014 schluckte O2 den Wettbewerber. Quelle: Wolf von Dewitz/dpa

WM in Nordamerika mit späten Anstoßzeiten

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika beginnt am 11. Juni mit dem Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika. Das Finale ist für den 19. Juli angesetzt. Wegen der Zeitverschiebung laufen viele Begegnungen in Deutschland erst spät am Abend oder sogar nachts. Die Anstoßzeiten reichen hierzulande von 18 Uhr bis 5 Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit.

Weniger Spiele wegen der Uhrzeiten

Fast die Hälfte der Befragten in Deutschland erklärte, wegen der Zeitverschiebung nur ausgewählte Partien sehen zu wollen und insgesamt weniger als bei früheren großen Fußballturnieren. Das erste Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gegen Curacao findet am 14. Juni um 19 Uhr MEZ statt. Die beiden folgenden Begegnungen gegen die Elfenbeinküste und Ecuador beginnen jeweils um 22 Uhr. Sollte Deutschland weit kommen, könnten Fans für Live-Spiele noch deutlich länger wach bleiben müssen.

Trotzdem will laut Umfrage etwa jeder Zweite alle deutschen Spiele live verfolgen. Andere möchten zumindest ausgesuchte Partien der DFB-Elf sehen. Für ein besseres Fernseherlebnis sind manche sogar bereit, Geld in neue Technik zu stecken: Acht Prozent der Befragten gaben an, im Zusammenhang mit der WM bereits einen neuen Fernseher gekauft zu haben oder dies noch zu planen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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