Erneut Warnstreiks im Handel – Verdi rechnet mit mehr als 10.000 Teilnehmern
Im Zuge der laufenden Tarifrunde im Handel haben Beschäftigte am zweiten Tag hintereinander erneut zeitweise ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi erwartet bei Kundgebungen in mehreren deutschen Städten insgesamt über 10.000 Teilnehmer, wie Gewerkschaftssekretärin Johanna Kaufmann mitteilte.
Die größten Versammlungen sind nach ihren Angaben in Erfurt, Bochum und Saarbrücken vorgesehen. Auch in Berlin und Ingolstadt wurden Aktionen angekündigt.
Aktuell wird bundesweit sowohl im Einzelhandel als auch im Groß- und Außenhandel verhandelt. Nach Angaben von Verdi betreffen die Tarifgespräche rund fünf Millionen Beschäftigte. Die Verhandlungen finden in den jeweiligen Tarifgebieten statt. Verdi verlangt eine Lohnerhöhung von sieben Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, wobei die Forderungen regional leicht variieren.
Bereits am Donnerstag erste Arbeitsniederlegungen
Schon am Donnerstag hatte Verdi zu Warnstreiks aufgerufen. Unter anderem gab es in Kiel eine Demonstration. Der Handelsverband Deutschland erklärte jedoch, dass die Aktionen keine spürbaren Folgen für Kundinnen und Kunden gehabt hätten. Tarifgeschäftsführer Steven Haarke sagte, auch am heutigen Tag sei nicht mit Veränderungen zu rechnen.
Die Arbeitgeberseite hat inzwischen in mehreren Regionen nahezu gleiche Angebote vorgelegt, die von Verdi deutlich zurückgewiesen wurden. So bieten die Einzelhändler in Hamburg in zwei Stufen über einen Zeitraum von zwei Jahren ein Plus von insgesamt 3,5 Prozent. Im Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen liegt das Angebot der Arbeitgeber bei 3,4 Prozent mehr Lohn in zwei Schritten innerhalb von zwei Jahren.
Wann die Gespräche weitergehen, hängt vom jeweiligen Tarifgebiet ab.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion