Wirtschaft

Diese 33 Galeria-Filialen wackeln jetzt

Galeria prüft Dutzende Filialen: In diesen Städten drohen Schließungen – und für viele Beschäftigte wird es jetzt ernst.

22.07.2026, 09:48 Uhr

Galeria prüft 33 Warenhäuser – Schließungen möglich

Die angeschlagene Kaufhauskette Galeria hat 33 Filialen benannt, die derzeit auf ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit überprüft werden. An diesen Standorten sollen Gespräche mit den Vermietern über niedrigere Mieten und mögliche Anpassungen der Verkaufsflächen geführt werden. Kommen dabei keine belastbaren Lösungen zustande, könnte einzelnen Häusern die Schließung drohen. Nach Unternehmensangaben laufen die Verhandlungen mancherorts bereits, andernorts sollen sie nun anlaufen.

Betroffene Standorte

Baden-Württemberg: Freiburg (Europaplatz), Heilbronn, Mannheim, Offenburg, Singen
Bayern: Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen, München (Rotkreuzplatz), Würzburg
Berlin: Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm, Spandau
Brandenburg: Potsdam
Hamburg: Eimsbüttel
Hessen: Bad Homburg, Limburg an der Lahn
Mecklenburg-Vorpommern: Wismar
Niedersachsen: Braunschweig, Oldenburg
Nordrhein-Westfalen: Euskirchen, Kleve, Köln (Breite Straße, Hohe Straße, Nippes), Mülheim (Rhein-Ruhr Zentrum), Münster (Salzstraße)
Rheinland-Pfalz: Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz, Speyer
Sachsen-Anhalt: Magdeburg

Laut Galeria spielten bei der Auswahl unter anderem die Höhe der Mietkosten und die Ertragslage eine Rolle. Geschäftsführer Tilo Hellenbock erklärte, jeder Standort werde einzeln und ohne Vorfestlegung bewertet. Wann konkrete Entscheidungen fallen, ließ das Unternehmen offen.

Galeria betonte, dass langfristig alle Häuser profitabel arbeiten müssten. Weil nach Einschätzung des Unternehmens an sämtlichen Standorten Verbesserungen möglich seien, sollen auch mit den Vermietern der übrigen 50 Filialen Gespräche geführt werden. Zusätzlich prüft der Konzern Umzüge in passendere Immobilien sowie mögliche Neueröffnungen.

Galeria Karstadt Berlin
Auch für die Filiale am Berliner Kurfürstendamm sollen nun die Mietkonditionen nachverhandelt werden. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Neuer Kredit in Millionenhöhe

Erst vor Kurzem sicherte sich Galeria eine neue Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro. Das Geld kommt von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers und ist an einen Sanierungsplan gekoppelt, der weitere Filialschließungen vorsieht. Bereits im Juni war bekannt geworden, dass rund 30 der insgesamt 83 Häuser als gefährdet gelten.

Mit den neuen Mitteln soll unter anderem ein Darlehen des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abgelöst werden. Außerdem sollen offene Mietforderungen beglichen werden. Mehrere Vermieter hatten in den vergangenen Monaten darüber geklagt, dass Mietzahlungen ganz oder teilweise ausgeblieben seien. Galeria verwies dabei auf Schwankungen bei der Liquidität und bestätigte, Vermieter um Zahlungsaufschub gebeten zu haben.

Das Unternehmen mit rund 12.000 Beschäftigten hatte Anfang 2024 bereits zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Als ein wesentlicher Grund galt die Krise des früheren Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden bereits neun Filialen geschlossen. Inzwischen gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC sowie einer Beteiligungsgesellschaft des Unternehmers Bernd Beetz.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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