Adenauer & Co meldet Insolvenz an
Die Modekette Adenauer & Co, gegründet von Andreas Adenauer, dem Enkel des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer, ist insolvent. Wie aus Veröffentlichungen auf dem Portal Insolvenzbekanntmachungen hervorgeht, wurde beim Amtsgericht Düsseldorf ein Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Insgesamt wurden fünf Verfahren bekanntgemacht, darunter auch eines für die Adenauer Holding GmbH.
Für das Unternehmen mit Sitz in Kaarst bei Düsseldorf wurde eine Eigenverwaltung angeordnet. Zum Sachwalter wurde der Rechtsanwalt Holger Rhode bestellt. Zuvor hatte bereits die „Wirtschaftswoche“ über die Entwicklung berichtet.
Adenauer & Co vertreibt Freizeitmode mit maritimem Stil, darunter Hoodies, T-Shirts und Blusen. Nach eigenen Angaben betrieb die Firma zuletzt mehr als 45 Filialen in Deutschland, Österreich und Spanien. Bekannt waren vor allem die sogenannten „Strandhäuser“, etwa auf Föhr, Fehmarn und Juist. Laut Andreas Adenauer erwirtschafteten mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuletzt einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro.
Vorwürfe wegen Veruntreuung
Nach Angaben des Firmengründers lagen die Probleme nicht allein in der wirtschaftlichen Lage. Gegenüber der „Wirtschaftswoche“ sagte Adenauer, an einem Standort in der Türkei habe es Betrugsfälle gegeben. Es seien Gelder veruntreut worden, zudem sei das Unternehmen mit manipulierten Zahlen getäuscht worden. Sein Fazit: Nicht das Produkt sei das Kernproblem gewesen, sondern ein Betrugsfall.
Ungewisse Zukunft der Filialen
Wie es mit der Kette weitergeht, ist derzeit offen. Im Zuge des Insolvenzverfahrens könnten nach Einschätzung des Gründers Filialschließungen bevorstehen. Laut „Wirtschaftswoche“ sollen die Sanierungsmaßnahmen bis Oktober abgeschlossen werden. Zudem gebe es bereits Interesse mehrerer Investorengruppen an einem Einstieg bei Adenauer & Co.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber