Wirtschaft

Abhörskandal bei OpenAI: Mitarbeiter festgenommen

Schock bei OpenAI: In einem sensiblen Konferenzraum taucht ein Abhörgerät auf – nach einer Festnahme ermittelt das FBI.

14.10.2026, 02:57 Uhr

Ein Angestellter von OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, steht im Verdacht, ein Abhörgerät in einem Konferenzraum des Unternehmens angebracht zu haben, in dem regelmäßig vertrauliche Inhalte besprochen werden. Wie das Unternehmen und das US-Justizministerium mitteilten, wurde der 35-jährige saudische Staatsbürger festgenommen. Die Ermittlungen führt das FBI.

Nach Angaben der Behörden war das vor rund zwei Wochen entdeckte Gerät etwa zwei Tage zuvor in dem Besprechungsraum in San Francisco installiert worden. Es habe in einem USB-Anschluss eines Fernsehers gesteckt und sei in Toilettenpapier eingewickelt gewesen. Sicherheitskameras sollen den Mitarbeiter Ende September in der Nähe des Raums gezeigt haben, obwohl er dort eigentlich keinen Zutritt gehabt haben soll. Zudem veröffentlichten die Ermittler ein Bild, auf dem zu sehen sein soll, wie er später hinter den Fernseher blickt.

Ermittler verweisen auf Chatbot-Anfragen

Dem Justizministerium zufolge wurden über den Chatbot-Account der Ehefrau des Beschuldigten Suchanfragen zu Aufnahmegeräten gestellt. Im Chatverlauf seien demnach auch Eigenschaften des später entdeckten Abhörgeräts aufgetaucht. Im Fall einer Verurteilung drohen dem Mann bis zu fünf Jahre Gefängnis sowie eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Euro.

US-Geheimdienstkoordinator Jay Clayton erklärte, der Fall unterstreiche die Bedeutung des Wettlaufs um Künstliche Intelligenz für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten. Clayton war von Präsident Donald Trump zudem mit einer wichtigen Funktion bei der Aufsicht über KI betraut worden. Erst kürzlich hatte ein inzwischen als Whistleblower auftretender KI-Forscher den Verdacht geäußert, chinesische Spione könnten große KI-Labore wie OpenAI und Anthropic infiltriert haben. Belege legte er dafür allerdings nicht vor.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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