Wirtschaft

Ab 2028: Schluss mit dem Kassenbon?

Papierbon vor dem Aus? Das Kabinett will digitale Belege zum Standard machen – doch bei der Kassenpflicht gibt es Ausnahmen.

23.09.2026, 12:11 Uhr

Wer beim Einkauf einen Beleg erhält, soll diesen künftig deutlich öfter digital statt auf Papier bekommen. Das Bundeskabinett hat dazu einen Gesetzentwurf aus dem Bundesfinanzministerium beschlossen. Demnach sollen gedruckte Kassenbons ab 2028 im Regelfall durch digitale Belege ersetzt werden.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) erklärte, die bisherige Pflicht zu Papierbons solle entfallen. Künftig würden digitale Belege zum Standard. Das solle sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Unternehmen von bürokratischem Aufwand entlasten.

Schritt gegen Steuerbetrug

Nach Angaben des Ministeriums sind in Deutschland noch häufig sogenannte offene Ladenkassen im Einsatz. Dabei werden Einnahmen zum Teil nur handschriftlich oder sogar gar nicht festgehalten. Aus Sicht des BMF kann das Steuerhinterziehung erleichtern.

Mit der geplanten Kassenpflicht sollen solche Missbrauchsmöglichkeiten eingeschränkt und die Aufdeckung von Steuerhinterziehung verbessert werden. Klingbeil betonte, ehrliche Betriebe dürften keinen Nachteil haben. Deshalb sollen Unternehmen mit mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz ab 2028 verpflichtet werden, elektronische Kassensysteme zu verwenden.

Allerdings sind Ausnahmen vorgesehen. Betriebe mit weniger als 12.000 Euro Barumsatz im Jahr sollen keine elektronische Kasse einsetzen müssen. Weitere Sonderregeln könnten etwa für Vertrauenskassen auf Selbsterntefeldern oder für die Direktvermarktung in landwirtschaftlichen Betrieben gelten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen