KfW-Studie: Ausländische Fachkräfte vor allem in größeren Mittelstandsunternehmen gefragt
In Deutschland beschäftigt laut einer Untersuchung der KfW rund jedes neunte mittelständische Unternehmen Fachkräfte aus dem Ausland. Der Anteil liegt bei 11,5 Prozent. Besonders verbreitet ist dies bei größeren Betrieben mit mindestens 50 Beschäftigten: Dort gaben 61 Prozent an, internationale Fachkräfte im Unternehmen zu haben. Die Förderbank kommt in ihrer repräsentativen Befragung von rund 13.000 Unternehmen zu dem Ergebnis, dass kleinere Firmen deutlich seltener auf Personal aus dem Ausland setzen.
KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher erklärte, die derzeit schwache Konjunktur habe den Fachkräftemangel vorübergehend etwas abgeschwächt. Mit einer wirtschaftlichen Erholung dürfte der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften jedoch wieder zunehmen.
Viele Firmen sehen Hürden bei der Einstellung
Der Studie zufolge verzichten 12,4 Prozent der Unternehmen trotz bestehenden Bedarfs auf die Einstellung ausländischer Fachkräfte. Weitere 45,5 Prozent erklärten, aktuell keinen Bedarf an entsprechenden Beschäftigten zu haben.
Als größte Probleme bei der Rekrutierung nannten die Firmen vor allem Sprachbarrieren. Diese wurden von gut 69 Prozent der Unternehmen als Hindernis bezeichnet. Hinzu kommen bürokratische und rechtliche Schwierigkeiten, die von 47,5 Prozent kritisiert wurden. Nach Angaben der KfW zählen dazu insbesondere langwierige Verfahren bei Aufenthaltstiteln und Arbeitserlaubnissen. Schumacher forderte, solche Hürden mit Blick auf den demografischen Wandel und den zunehmenden Fachkräftemangel abzubauen.
Industrie liegt vorn
Am häufigsten beschäftigen Unternehmen aus der Industrie Fachkräfte aus dem Ausland. Dort liegt der Anteil bei 21 Prozent. Danach folgen der Handel mit 14,3 Prozent und das Baugewerbe mit 13,3 Prozent. Die Erhebung wurde im Januar branchenübergreifend bei Firmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro durchgeführt.
Kaum Unterschied zwischen Ost und West
Zwischen Ost- und Westdeutschland zeigt sich nur ein kleiner Abstand. In Ostdeutschland beschäftigen 9,6 Prozent der mittelständischen Unternehmen ausländische Fachkräfte, in Westdeutschland sind es 11,9 Prozent. Nach Einschätzung der KfW hängt dieser Unterschied vor allem mit der Branchenstruktur zusammen: Im Westen gibt es mehr größere Mittelständler in Industrie und Dienstleistungsbereichen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber