Experten warnen in Hamburg vor Folgen des Klimawandels
Beim Extremwetterkongress in Hamburg haben Fachleute angesichts der Erderwärmung zu entschlossenem Handeln aufgerufen. Zum Start der dreitägigen Veranstaltung mit rund 1.000 Teilnehmenden erklärte DWD-Vorstandsmitglied Tobias Fuchs, dass seit den 1960er Jahren jedes Jahrzehnt spürbar wärmer ausgefallen sei als das jeweils vorherige. Im Mittelpunkt der Tagung steht die Frage, wie sich der Klimawandel auf extreme Wetterereignisse auswirkt.
Mehr Hitze und Dürre in Deutschland
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes nehmen in Deutschland sowohl Hitzewellen als auch Trockenphasen zu. Besonders ausgeprägt sei die Hitzewelle gewesen, die Mitte Juni begonnen habe. Ende Juni wurden demnach östlich von Magdeburg mit 41,8 Grad neue Höchstwerte gemessen.
Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass in diesem Sommer etwa 16.000 Menschen in Deutschland an den Folgen großer Hitze gestorben sind. Fuchs betonte, dass der fortschreitende Klimawandel sowohl die Wahrscheinlichkeit als auch die Stärke solcher Hitzewellen erhöhe.
Er warnte zudem davor, dass heutige Rekordsommer künftig als gewöhnlich gelten könnten. Es sei durchaus denkbar, dass man in 30 Jahren auf das aktuelle Jahr zurückblicke und feststelle, dass ein heute noch als extrem empfundener Sommer dann als normal bewertet werde.
Arktis könnte zur Mitte des Jahrhunderts eisfrei sein
Auch in den Polarregionen zeigen sich laut Wissenschaft die Folgen des Klimawandels deutlich. Die Arktis erwärme sich schneller als jede andere Region der Erde, sagte Gesine Mollenhauer, Vizedirektorin des Alfred-Wegener-Instituts. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, könnte die Arktis bis zur Mitte des Jahrhunderts eisfrei sein.

Das hätte weitreichende Konsequenzen für die Ökosysteme. So verlagerten sich Fischbestände bereits nach Norden. Zudem könne die Schifffahrt in der Region künftig deutlich einfacher werden, was auch geopolitische Auswirkungen nach sich ziehen dürfte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber