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Inferno bei Madrid breitet sich aus

Inferno vor Madrid: 30 Dörfer bangen, 26.000 Hektar verbrannt – und jetzt rollt auch noch die nächste Hitzewelle an.

20.07.2026, 13:20 Uhr

Waldbrand nordöstlich von Madrid breitet sich rasant aus

Im Waldbrandgebiet nordöstlich von Madrid spitzt sich die Lage weiter zu. Das Feuer, das seit Donnerstag rund 60 Kilometer von der spanischen Hauptstadt entfernt wütet, breitet sich weiterhin sehr schnell aus. Nach Angaben des Regionalpräsidenten von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, sind inzwischen etwa 26.000 Hektar verbrannt.

Damit hat sich die zerstörte Fläche seit Sonntag verdoppelt. Das entspricht ungefähr 36.000 Fußballfeldern. García-Page sprach vom schlimmsten Waldbrand in der Geschichte der Region.

Die gewaltigen Rauchwolken ziehen wegen des Südwestwinds bislang nicht in Richtung Madrid. In der betroffenen Zone mussten jedoch rund 1.200 Menschen aus 30 gefährdeten Ortschaften evakuiert werden. Der Brand umfasst inzwischen ein Gebiet mit einem Umfang von etwa 120 Kilometern. Die Einsatzkräfte sollen deshalb weiter verstärkt werden.

Besonders problematisch ist der starke Wind mit Geschwindigkeiten um 50 Kilometer pro Stunde, der die Flammen immer wieder anfacht. Nach einem Bericht des staatlichen Senders RTVE frisst sich die Feuerfront stellenweise mit bis zu vier Kilometern pro Stunde durch das Gelände.

Zur rasanten Ausbreitung trägt auch die Witterung der vergangenen Monate bei: Viel Regen im Winter und Frühjahr ließ Gräser, Gestrüpp und Unterholz stark wachsen. Diese inzwischen ausgetrocknete Biomasse wirkt in der Sommerhitze wie Zunder. Eine weitere Hitzewelle ab Dienstag mit Temperaturen um 40 Grad könnte die Situation zusätzlich verschärfen.

Hunderte Feuerwehrleute und Helfer versuchen am Boden mit schwerem Gerät, Brandschneisen zu ziehen und das Feuer einzudämmen. Unterstützt werden sie unter anderem von der militärischen Notfalleinheit. Zudem sind Medienberichten zufolge rund 45 Löschflugzeuge und Hubschrauber im Einsatz. Nach Behördenangaben konnte bislang verhindert werden, dass die Flammen auf Ortschaften übergreifen.

Die Lage in Frankreich

Auch in Frankreich kämpft die Feuerwehr weiter gegen mehrere Brände. Im bergigen Hinterland von Saint-Tropez waren nach Medienberichten 360 Feuerwehrleute im Einsatz, um einen Vegetationsbrand zu bekämpfen, der am Sonntag ausgebrochen war.

Dabei wurden vier Häuser und 15 Autos zerstört. Mithilfe von Löschflugzeugen konnte ein Übergreifen der Flammen auf rund 100 weitere Häuser verhindert werden.

Auch der Bahnverkehr in der Region wurde unterbrochen. Ein aus Nizza kommender TGV mit 800 Reisenden strandete am Sonntagabend im Bahnhof der Kleinstadt Les Arcs, weil die Strecke nicht mehr passierbar war.

Für 27 Départements warnte der staatliche Wetterdienst Météo France vor erhöhter Waldbrandgefahr. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez wurden seit Jahresbeginn in Frankreich bereits fast 40.000 Hektar Naturfläche durch Brände zerstört — deutlich mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und sogar mehr als im besonders feuerreichen Jahr 2022.

Landesweit wurden demnach 111 Menschen wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen. Die meisten sollen die Vorwürfe eingeräumt haben.

Griechenland bereitet sich auf starke Hitze vor

Auch Griechenland erlebt den ersten großen Hitzeschub des Sommers. Nach einem bislang vergleichsweise milden Saisonverlauf steigen die Temperaturen seit Wochenbeginn in weiten Teilen des Landes auf 40 bis 41 Grad. Im Landesinneren sind örtlich sogar 42 bis 43 Grad möglich.

Nach Angaben des meteorologischen Dienstes EMY soll die Hitze erst ab Donnerstag von Norden her langsam nachlassen. Im Süden des Landes dürfte sie etwas länger anhalten. Besonders betroffen ist nach den Prognosen das griechische Festland.

Auf den meisten Inseln werden dagegen etwas niedrigere Temperaturen von 35 bis 37 Grad erwartet. Mehrere große Städte haben vorsorglich zwischen 9.00 und 21.00 Uhr klimatisierte Hallen und öffentliche Räume geöffnet, damit sich dort vor allem Menschen ohne Klimaanlage aufhalten können.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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