Die Hitzewelle in Bayern dauert weiter an. Zwar kann es am Sonntag teils kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen geben, eine nachhaltige Entlastung ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aber nicht zu erwarten. Die Schauer und Gewitter würden nur örtlich für etwas Abkühlung sorgen. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit werde die Hitze zudem weiterhin als besonders belastend empfunden.
Am Sonntag wird es erneut extrem heiß. In Nordbayern rechnet der DWD mit 36 bis 41 Grad, in Südbayern mit 32 bis 39 Grad. Besonders Gewitter sind laut Meteorologen vor allem in den Alpen und den Mittelgebirgen möglich. Örtlich besteht dabei auch Unwettergefahr.
Bereits an den Vortagen hatte die außergewöhnliche Hitze den Freistaat fest im Griff. In Kitzingen in Unterfranken wurde an zwei Tagen in Folge der vorläufige Höchstwert von 40,8 Grad gemessen.
Selbst nachts kaum Erholung
Für weite Teile Bayerns gilt weiterhin eine Warnung vor starker Wärmebelastung. Auch in der Nacht kühlte es vielerorts kaum ab. An der Messstation Sandberg in der Rhön fiel die Temperatur nach vorläufigen Daten nicht unter 25,3 Grad – ein Allzeitrekord für die Station seit 1965. In München lag das nächtliche Minimum demnach bei 23,4 Grad.
Die Hitze zeigt inzwischen auch Auswirkungen im Alltag: In Nürnberg wurde der Straßenbahnbetrieb am Sonntag für den gesamten Tag eingestellt. Nach Angaben der VAG war der Straßenbelag an mehreren Stellen durch die hohen Temperaturen so weich geworden, dass ein sicherer Betrieb nicht mehr möglich war. Fahrgäste mussten auf Ersatzbusse ausweichen.
Hohe Waldbrandgefahr und ungewöhnlich warme Flüsse
Neben der starken Wärmebelastung bleibt auch die Waldbrandgefahr in Bayern hoch, mancherorts sogar sehr hoch. Ursache ist die anhaltende Trockenheit. Nach Polizeiangaben brannten am Samstag im Landkreis Schwandorf ein Waldstück in Pfreimd auf rund 8.000 Quadratmetern sowie ein weiteres bei Stulln auf etwa 7.000 Quadratmetern. Am Sonntag kam es zudem im Manteler Forst im Landkreis Neustadt an der Waldnaab zu einem Feuer auf rund 25.000 Quadratmetern.
Auffällig warm sind derzeit auch die Flüsse. Der Main erreichte laut Landesamt für Umwelt zeitweise die 30-Grad-Marke, die Donau erwärmte sich auf etwa 29 Grad. Zu hohe Wassertemperaturen können Tiere und Pflanzen in den Gewässern belasten.
Neue Woche bringt langsam Abkühlung
Zum Wochenstart wird das Wetter deutlich wechselhafter. Der Montag beginnt laut DWD mit starker Bewölkung, anhaltendem Regen und örtlich auch kräftigen Gewittern. Es bleibt zwar sommerlich warm, im Vergleich zum Wochenende wird es aber spürbar kühler. In Südbayern steigen die Temperaturen auf 26 bis 32 Grad, in Nordbayern auf 26 bis 31 Grad.
Auch am Dienstag bleibt es unbeständig. Ab dem Mittag sind erneut Schauer und Gewitter möglich. Die Höchstwerte liegen dann bei schwülwarmen 25 bis 31 Grad. Erst am Mittwoch könnte es nach Einschätzung des DWD in Bayern flächendeckender regnen – und dann möglicherweise endlich deutlich abkühlen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber