Fußball

Hakimi ausgebuht, Saibari trifft: Marokko schlägt Schottland

Marokko schockt Schottland in Boston – und ein Bayern-Wunschspieler glänzt. Warum auch Hakimi plötzlich im Mittelpunkt steht.

20.06.2026, 01:58 Uhr

Marokko schlägt Schottland knapp und steht vor dem Einzug in die K.o.-Runde

Angeführt von Ismael Saibari hat Marokko Schottlands vorzeitige Feier verhindert und sich eine glänzende Ausgangsposition für das Sechzehntelfinale der Fußball-WM verschafft. Der WM-Halbfinalist von 2022 setzte sich in Boston im zweiten Gruppenspiel mit 1:0 (1:0) durch und liegt in der Tabelle nun einen Punkt vor den Schotten. Für Schottland platzte damit die Chance, den ersten K.o.-Rundeneinzug der Verbandsgeschichte schon frühzeitig perfekt zu machen.

Saibari, der als Wunschkandidat des FC Bayern gilt und Medienberichten zufolge den Medizincheck bereits während des Turniers absolviert und bestanden haben soll, sorgte schon in der 2. Minute für die Entscheidung. Vor 64.146 Zuschauern erwischte der Favorit damit einen perfekten Start. Bereits beim 1:1 zum Auftakt gegen Brasilien hatte der 25-Jährige getroffen. Am letzten Vorrundenspieltag geht Marokko als klarer Favorit in die Partie gegen Haiti, während Schottland gegen Brasilien auf eine Überraschung angewiesen ist.

Frühe Kontrolle für Marokko, Pfiffe gegen Hakimi

Der schnelle Führungstreffer gab den Nordafrikanern früh Stabilität. Unter den Zuschauern befanden sich auch Startrainer Pep Guardiola und FIFA-Präsident Gianni Infantino. Schottland hatte große Mühe, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, weil Marokko früh und aggressiv anlief. Die erste nennenswerte Möglichkeit für den Außenseiter gab es erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, als John McGinn zum Abschluss kam. Zu diesem Zeitpunkt hätte Marokko allerdings bereits deutlicher führen können.

Besonders im Mittelpunkt stand Kapitän Achraf Hakimi. Bei nahezu jedem Ballkontakt wurde der Profi von Paris Saint-Germain ausgepfiffen. Kurz vor dem Anstoß war bekannt geworden, dass Hakimi sich wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs vor Gericht verantworten muss. Er weist die Anschuldigungen zurück.

Viele Unterbrechungen, aber die besseren Chancen für Marokko

Nach dem Seitenwechsel nahm die Intensität deutlich zu. Das Spiel wurde ruppiger und immer wieder durch kleinere Fouls unterbrochen. Die klareren Chancen blieben dennoch auf marokkanischer Seite: Ein abgefälschter Versuch von Saibari landete an der Latte, wenig später verhinderte Schottlands Torhüter Angus Gunn mit einer starken Parade gegen Bilal El Khannouss das 0:2.

So blieb Marokkos mangelnde Chancenverwertung das einzige größere Problem. Weil weitere Treffer ausblieben, musste die Mannschaft bis zum Schluss mit dem knappen Vorsprung leben, brachte den Sieg aber letztlich souverän über die Zeit.

Saibari genießt den Moment und blockt Fragen zum FC Bayern ab

Nach dem Abpfiff stellte Saibari vor allem die WM mit Marokko in den Mittelpunkt. Es sei die beste Phase seiner Karriere, sagte der Offensivspieler, weil er seit seiner Kindheit davon geträumt habe, mit seinem Land bei einer Weltmeisterschaft zu spielen. Zwei Tore für Marokko zu erzielen, mache ihn entsprechend glücklich.

Ob er eine der Entdeckungen dieses Turniers sei, wollte Saibari nicht selbst bewerten und überließ diese Einschätzung anderen. Noch deutlicher wich er einer Frage zu seinem möglichen Wechsel nach München aus: Mehr als ein kurzes "Danke" sagte der in Spanien geborene Angreifer dazu nicht, bevor er zur nächsten Frage überleitete.

Die Botschaft war klar: volle Konzentration auf die WM-Mission. Marokko will nach dem Halbfinaleinzug vor vier Jahren erneut weit kommen – womöglich sogar noch weiter. Entsprechend selbstbewusst trat Saibari auf und betonte, dass die Mannschaft klare Ziele habe und im Turnier eine große Strecke gehen könne.

Auch Klopp lobt Saibaris Entwicklung

Dass Saibaris Form international aufmerksam verfolgt wird, zeigt nicht nur das Interesse des FC Bayern. Auch Jürgen Klopp äußerte sich bei MagentaTV anerkennend über den 25-Jährigen. Saibari wirke derzeit voller Selbstvertrauen, sagte Klopp, verwies auf dessen Tor im ersten Spiel und auf laufende Verhandlungen im Hintergrund. Das Interesse großer Vereine passe zu einem sehr guten Moment in dessen Karriere.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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