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US-Medien: Musik-Legende Davis ist tot

Musikwelt in Trauer: Produzenten-Legende Clive Davis ist tot – was jetzt über seinen Tod bekannt wurde

22.06.2026, 18:12 Uhr

Musikproduzent Clive Davis mit 94 Jahren in New York gestorben

Der legendäre US-Musikproduzent Clive Davis ist tot. Nach Angaben seiner Familie starb Davis im Alter von 94 Jahren in New York friedlich im Kreis seiner Familie und seiner Liebsten an einer altersbedingten Krankheit. Zuvor war er Medienberichten zufolge wegen Atemwegsproblemen in einem Krankenhaus behandelt worden.

In einer Mitteilung würdigte ihn seine Familie nicht nur als Ausnahmefigur der Musikbranche, sondern auch als prägenden Menschen im privaten Umfeld. Man feiere nicht nur einen Mann, dessen Einfluss die Musik für immer verändert habe, sondern auch denjenigen, der die Familie mit Anmut, Großzügigkeit und Freundlichkeit geführt habe. Er werde schmerzlich vermisst.

Davis galt als eine der prägendsten Persönlichkeiten der internationalen Musikindustrie. Er entdeckte und förderte unter anderem Whitney Houston und Barry Manilow, arbeitete aber auch mit Künstlern und Bands wie Janis Joplin, Santana, Bruce Springsteen, Billy Joel, Pink Floyd, Patti Smith, Alicia Keys und Aerosmith. Damit prägte er die Musikgeschichte über viele Jahrzehnte entscheidend mit.

Zu seinem 90. Geburtstag hatte sich Davis noch eine große Feier in New York mit zahlreichen Stargästen sowie eine Mini-Dokuserie gegönnt. Ansonsten hatte er sich zuletzt weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Auch Bruce Springsteen erinnerte an ihn. Bei Instagram schrieb der Musiker, Davis habe sein Leben verändert, als er ihm einen Plattenvertrag angeboten habe. Er habe ihn mit demselben Respekt und derselben Freundlichkeit behandelt, als er noch ein 22-jähriger Niemand gewesen sei, wie nach allen späteren Erfolgen. Springsteen nannte ihn einen großartigen Mann.

Geboren wurde Davis 1932 in Brooklyn in eine jüdische Familie. Seine Eltern starben kurz nacheinander, als er gerade ans College gekommen war. Später erzählte er, ihm seien damals nur noch 4.000 Dollar geblieben, um College und Jura-Studium zu finanzieren. Um Stipendien zu bekommen, habe er seinen Notendurchschnitt hoch halten müssen – das habe ihm zugleich eine ausgeprägte Arbeitsmoral vermittelt.

Nach seinem Abschluss arbeitete Davis zunächst als Anwalt, bevor er in die Musikbranche wechselte und bei Columbia tätig wurde. Im Verlauf seiner Karriere gründete er mehrere eigene Labels. Der vielfach ausgezeichnete Produzent gewann mehrere Grammys und wurde 2000 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Als eine seiner wichtigsten Entdeckungen bezeichnete Davis selbst Whitney Houston. Rückblickend sprach er von einer engen beruflichen Beziehung seit ihrer Entdeckung im Jahr 1983. Houston sei ein „stimmliches Genie“ gewesen, sagte er, sie habe Songs vollkommen verwandeln können. 2022 erschien mit „I Wanna Dance with Somebody“ ein auch von Davis produzierter Film über die 2012 gestorbene Sängerin.

Auch an Aretha Franklin, die 2018 starb, erinnerte Davis immer wieder mit großer Zuneigung. Er betonte, wie eng ihre Freundschaft gewesen sei: Man sei gemeinsam essen gegangen und habe über das Leben gesprochen. Bis wenige Wochen vor ihrem Tod hätten sie noch Kontakt gehabt, sagte Davis.

Musikalisch habe ihn besonders Bruce Springsteen begleitet. Davis sagte einmal, er liebe praktisch alles von Springsteen und habe dessen Weg von der Vertragsunterzeichnung bis zu den Broadway-Auftritten verfolgt. Nach eigenen Worten hörte er von allen Künstlern am meisten Springsteens Musik.

Privat führte Davis zwei Ehen, die beide scheiterten. Er hinterlässt vier Kinder. In seiner 2013 veröffentlichten Autobiografie „The Soundtrack of My Life“ sprach er auch offen über seine Bisexualität. Erst im mittleren Alter habe er, nach zwei gescheiterten Ehen, bei Beziehungen über das Geschlecht hinausgeschaut, schrieb er.

Noch vor wenigen Jahren sagte Davis dem Magazin Rolling Stone, er habe an seinem Leben „alles geliebt“. Der Schritt in die Plattenbranche und ein Leben für die Musik seien für ihn in jeder Hinsicht erfüllend gewesen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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