Eike Immel in Berufung zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt
Der frühere Bundesliga- und Nationaltorwart Eike Immel ist im Berufungsverfahren vor dem Landgericht Marburg zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Das bestätigte ein Sprecher des Gerichts. Dem 65-Jährigen wurde Betrug in 107 Fällen vorgeworfen.
Bereits vor etwas mehr als einem Jahr hatte das Amtsgericht Marburg Immel zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Gegen dieses Urteil legten sowohl der Ex-Profi als auch die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Das neue Urteil ist ebenfalls noch nicht rechtskräftig. Zusätzlich wurde Immel unter anderem zu 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verpflichtet.
In den meisten Fällen soll er sich nach Überzeugung des Gerichts von Bekannten Geld geliehen und es anschließend nicht zurückgezahlt haben. Insgesamt ging es um rund 34.000 Euro. Im Verfahren vor dem Landgericht erklärte Immel, er habe das Geld zur Finanzierung seines Kokainkonsums verwendet.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verlangt. Die Verteidigung setzte sich dagegen für eine Bewährungsstrafe ein.
Immel absolvierte zwischen 1980 und 1988 insgesamt 19 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. Schon früh galt er als großes Torwarttalent: Sein Bundesliga-Debüt für Borussia Dortmund gab er bereits mit 17 Jahren, mit 19 gehörte er zum Kreis der Nationalmannschaft. Seine Laufbahn beendete er nach eigenen Angaben 1997 bei Manchester City wegen Arthrose in der Hüfte. 2008 war er unter anderem mit einer Privatinsolvenz und seiner Teilnahme am RTL-„Dschungelcamp“ in die Schlagzeilen geraten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber