Großprojekt in Niederaichbach: Batteriespeicher und KI-Rechenzentrum geplant
Im niederbayerischen Landkreis Landshut ist ein umfangreiches Energie- und Digitalvorhaben geplant. Das Münchner Investmentunternehmen Advisum will in Niederaichbach einen Batteriegroßspeicher sowie ein Rechenzentrum für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz errichten. Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger bezeichnete die Pläne als Zukunftsprojekt. Zuvor hatte die Mediengruppe Attenkofer darüber berichtet.
Nach den vorliegenden Angaben soll auf einem rund fünf Hektar großen Areal ein Rechenzentrum mit einer Leistung von 100 Megawatt entstehen. Hinzu kommt ein Batteriespeicher mit 900 Megawatt Leistung.
Aiwanger betonte, dass große Batteriespeicher ein zentraler Baustein der Energiewende in Bayern seien. Gerade in Niederbayern mit seinem starken Ausbau der Photovoltaik gerate das Stromnetz an sonnigen Tagen häufig an seine Belastungsgrenzen. Solche Speicher könnten überschüssigen Strom aufnehmen und ihn dann wieder abgeben, wenn der Bedarf steige. Das sorge für mehr Netzstabilität und könne die Stromkosten für Bürger und Unternehmen senken. Der Minister unterstrich zudem, dass mit dem Ausbau erneuerbarer Energien auch Speicher und Netze mitgedacht werden müssten.
Standort profitiert von vorhandener Infrastruktur
Als Vorteil des Standorts gilt die bestehende Energieinfrastruktur in Niederaichbach. In der Gemeinde, auf deren Gebiet sich das 2023 stillgelegte Kernkraftwerk Isar II befindet, wird derzeit das Umspannwerk Isar erweitert. Nach Angaben des Ministeriums soll die Schaltanlage dort bis 2030 in der Lage sein, über die Stromtrasse SuedOstLink bis zu vier Gigawatt aus erneuerbaren Energien aufzunehmen.
Zudem ist die Anlage bereits über bestehende Höchstspannungsleitungen mit den Umspannwerken in Pleinting und Ottenhofen verbunden. Mit Abschluss der Arbeiten am Umspannwerk und der Inbetriebnahme des SuedOstLinks wären laut Ministerium auch weitere Ausbauten der Schaltanlagen möglich. Damit könnten künftig zusätzliche Batteriegroßspeicher oder andere große Verbrauchsanlagen angeschlossen werden.
Aiwanger sieht Niederaichbach deshalb als idealen Standort für den geplanten Großspeicher und Rechenzentren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber