Sir Patrick Stewart, der als Captain Jean-Luc Picard Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern für die Weiten des Alls begeisterte, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Der britische Schauspieler starb in seinem Haus in Los Angeles. Seine langjährige Sprecherin Kelly Bush Novak teilte mit, dass Stewart an Alzheimer und an Lewy-Körperchen-Demenz, einer vergleichsweise seltenen Form der Demenz, erkrankt war.
Weltweit reagierten Kolleginnen, Kollegen und Fans mit großer Bestürzung. William Shatner, selbst als Captain Kirk weltbekannt, würdigte Stewart als Freund, Kollegen und herausragenden Schauspieler. Ob auf der Bühne oder als Kommandant der Enterprise – Stewart habe jeder Rolle Klugheit, Würde und Menschlichkeit verliehen. Die Figur des Captain Picard habe das Beste im Menschen verkörpert, sagte Shatner, und genau das habe auch für Stewart selbst gegolten.
Auch Ian McKellen, ein enger Freund und Trauzeuge Stewarts, nahm auf Instagram Abschied. Er beschrieb ihn als offenen, verlässlichen und bewundernswerten Menschen. Hugh Jackman, der mit Stewart in den "X-Men"-Filmen vor der Kamera stand, schrieb, er habe viel von ihm gelernt und werde ihn nie vergessen.
George Takei erinnerte daran, dass mit Stewart eine unverwechselbare Legende gegangen sei. Als Captain Picard habe er eine ganze Generation von Science-Fiction-Fans geprägt und ihnen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die Menschheit vermittelt. Auch Seth MacFarlane erklärte, die Welt werde Stewart sehr vermissen.

Kim Cattrall sprach von einem schweren Verlust für viele Menschen. Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting würdigte Stewart ebenfalls und betonte, dass er von Shakespeare bis "Star Trek" künstlerisch neue Wege gegangen sei. Zudem habe er stets Haltung gezeigt und sich insbesondere für Betroffene häuslicher Gewalt eingesetzt.
Von "Star Trek" bis "X-Men"
Den weltweiten Durchbruch schaffte Stewart in den 1980er Jahren mit der Serie "Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert". Dort wurde er als Captain Jean-Luc Picard zur Ikone. Später begeisterte er ein Millionenpublikum auch als Professor Charles Xavier in den Filmen der "X-Men"-Reihe.
2020 kehrte Stewart noch einmal in seine Paraderolle zurück. In "Star Trek: Picard" spielte er den legendären Sternenflotten-Kapitän erneut – aufrecht, verlässlich und mit jener kontrollierten Strenge, die die Figur so unverwechselbar machte. Zuvor hatte er Picard bereits über 15 Jahre hinweg in sieben Staffeln der Originalserie sowie in vier Kinofilmen verkörpert.
Privat war Stewart in dritter Ehe mit der Musikerin Sunny Ozell verheiratet, die 38 Jahre jünger war als er und ihn bis zuletzt begleitete. Noch vor seiner großen Film- und Fernsehkarriere galt seine Leidenschaft vor allem dem Theater. Von 1966 bis 1982 gehörte er der Royal Shakespeare Company an. 2010 wurde er von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.
Auch in Hollywood wird an ihn erinnert: Nach Angaben der Verantwortlichen soll seine Sternenplakette auf dem Walk of Fame mit Blumen geschmückt werden. In einer Mitteilung hieß es, man ehre damit einen außergewöhnlichen Künstler, dessen Vermächtnis Millionen Menschen berührt habe. Stewart hatte seinen Stern auf dem Hollywood Boulevard bereits im Dezember 1996 erhalten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber