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Trauer um Regina Ziegler: Filmikone stirbt mit 82

Unerwarteter Verlust in Berlin: Erfolgsproduzentin Regina Ziegler ist tot – was über ihren plötzlichen Tod bekannt ist

01.11.2026, 14:15 Uhr

Die deutsche Film- und Fernsehproduzentin Regina Ziegler ist tot. Wie ein Sprecher der Ziegler Film GmbH der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, starb sie am 1. November überraschend im Alter von 82 Jahren in Berlin. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

Auf der Internetseite ihres Unternehmens hieß es: „Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer müssen wir mitteilen, dass Regina Ziegler heute Morgen, am 1. November, verstorben ist.“ Weiter erklärte die Firma, mit ihr verliere man nicht nur die Gründerin von Ziegler Film, sondern auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die die deutsche Film- und Fernsehlandschaft über Jahrzehnte geprägt habe.

Ziegler wurde am 8. März 1944 in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt geboren und galt als eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Film- und TV-Branche. Sie war zudem die erste Frau in Deutschland, die eine Produktionsfirma gründete. In ihrer mehr als fünf Jahrzehnte langen Karriere erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Deutschen Filmpreis, den International Emmy und den Grimme-Preis. 2012, 2016 und 2018 wurde sie außerdem mit namhaften Ehrungen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. 2024 kam noch der Deutsche Gründerpreis für ihr Lebenswerk hinzu.

Noch vor wenigen Wochen war Ziegler öffentlich präsent: Vor rund drei Wochen trat sie bei der Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit Schriftstellerin Jenny Erpenbeck und Regisseur Volker Schlöndorff auf. Die Verfilmung von „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“ wurde dort mit dem Preis der Frankfurter Buchmesse für die beste Adaption 2026 geehrt.

Auf ihren Tod reagierten auch Vertreter aus Kultur und Medien mit Würdigungen. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erklärte: „Ihr Wirken hat die deutsche Filmkultur bereichert und wird weit über ihren Tod hinaus nachwirken.“ MDR-Intendant Ralf Ludwig sagte der dpa: „Sie prägte die Branche mit außergewöhnlicher Kreativität, unternehmerischem Mut und einem Gespür für relevante Geschichten.“

Ziegler stand auch für TV-Hits wie „Weissensee“

Als Grande Dame des deutschen Fernsehens arbeitete Ziegler mit renommierten Filmschaffenden wie Rainer Werner Fassbinder („Kamikaze 1989“), Volker Schlöndorff („Rückkehr nach Montauk“) und Ulrich Schamoni („Chapeau Claque“) zusammen. Mehrfach produzierte sie auch Filme ihres zweiten Ehemanns, des Regisseurs Wolf Gremm, darunter „Fabian“. Ein breites Publikum kannte Ziegler zudem durch erfolgreiche TV-Produktionen wie „Weissensee“ in der ARD sowie „Familie Bundschuh“ und „Kommissarin Heller“ im ZDF.

Die Liste ihrer Auszeichnungen war lang, und in ihrem Büro im Berliner Stadtteil Charlottenburg sammelten sich über die Jahre zahlreiche Trophäen. Trotz aller Ehrungen arbeitete sie bis zuletzt weiter an neuen Projekten.

Auch im hohen Alter blieb sie aktiv. 2024, kurz vor ihrem 80. Geburtstag, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur: „Es warten noch so viele wunderbare Projekte darauf, realisiert zu werden.“ Damals zog sie eine persönliche Bilanz: „Ich blicke mit Freude und auch ein wenig Verwunderung auf die letzten 80 Jahre zurück. Die Zeit verging wie im Flug und hat mir unendlich viele tolle Momente beschert. Wenn ich zurückschaue, würde ich alles wieder so machen.“ Ihr Blick sei aber stets nach vorn gerichtet gewesen: „Ich kann gar nicht anders.“

Karriere in schwieriger Zeit begonnen

Ihr Weg an die Spitze der Branche war nach eigenen Angaben keineswegs einfach. In ihrer 2017 erschienenen Autobiografie „Geht nicht, gibt’s nicht“ schilderte sie, wie sie 1973 ihre feste Anstellung aufgab und in einer von Männern dominierten Filmwelt ihre eigene Produktionsfirma gründete. Das Startkapital betrug nach ihren Angaben nur 60 D-Mark, dazu kam geliehenes Geld.

Damals war sie Ende 20. Nach der Trennung von ihrem ersten Mann sei das bereits das zweite Mal gewesen, dass sie etwas für Frauen damals kaum Vorstellbares getan habe. Über Jahre blieb sie nach eigener Darstellung die einzige Frau in Deutschland in einer solchen Rolle. Ihr Antrieb sei stets gewesen, voranzugehen. Über sich selbst sagte sie einmal: „Ich wollte immer die Erste und die Beste sein, was mir aber nicht immer gelungen ist.“

In einem dpa-Interview zum 50-jährigen Firmenjubiläum erklärte sie zudem: „Es gibt, glaube ich, kein Genre, das ich ausgelassen habe.“ Besonders stolz war sie auf ihren ersten Spielfilm „Ich dachte, ich wäre tot“ aus dem Jahr 1973, den sie gemeinsam mit Wolf Gremm realisierte.

Weit mehr als 500 Produktionen

Insgesamt verantwortete Ziegler weit mehr als 500 Produktionen und prägte die deutsche Film- und Fernsehlandschaft über mehr als 50 Jahre. Bereits vor über 20 Jahren stieg ihre Tochter Tanja Ziegler in das Unternehmen ein. 2011 übernahmen Regina und Tanja Ziegler zudem das Berliner Traditionskino „filmkunst 66“ – nach Angaben des Unternehmens ein Herzenswunsch. Die Firma ist neben Berlin auch in Köln, München und Baden-Baden vertreten.

Ziegler galt als bestens vernetzt und war für pointierte Sätze über ihren Beruf bekannt. Mit einem Augenzwinkern sagte sie einmal: „Am Ende hat eine Produzentin die Verantwortung für alles. Wenn was schiefgeht, ist die Produzentin schuld. Wenn es ein Erfolg ist, dann waren es immer die anderen.“

Für ihr Lebenswerk wurde Ziegler 2024 mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet. Damals sagte sie: „Der Preis macht mir Mut, weiterzumachen.“ Und sie machte weiter – unter anderem mit Kinoproduktionen wie „In Liebe, Eure Hilde“ von Andreas Dresen und „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“.

Zum Tod der Produzentin erklärten Tanja Ziegler und das Team von Ziegler Film: „Ihre Leidenschaft für Geschichten, ihr unermüdlicher Einsatz für den Film und ihr Mut werden uns immer in Erinnerung bleiben.“

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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