Dank Debütant Malek El Mala hat der 1. FC Köln nur wenige Tage nach dem Pokalerfolg gegen Union Berlin auch in der Bundesliga Zählbares gegen die Berliner mitgenommen. Der 21-Jährige erzielte bei seinem Premiereneinsatz für die FC-Profis in der 79. Minute das 1:1 und sicherte den Rheinländern damit zumindest einen Punkt. Danach klatschte er zunächst mit seinem bekannteren Bruder Saïd ab, anschließend fielen sich beide in die Arme. Der erhoffte Befreiungsschlag im Abstiegskampf blieb jedoch beiden Teams verwehrt.
Union war durch Janik Haberer bereits früh in Führung gegangen (10.). Köln wartet damit weiter auf den ersten Auswärtssieg seit Oktober 2025 und ist nun seit 17 Bundesliga-Gastspielen ohne Erfolg in der Fremde. Immerhin verteidigten die Rheinländer durch das Remis ihren Vorsprung von zwei Punkten auf die Köpenicker, die als Tabellen-16. weiter tief im Tabellenkeller stecken.
Malek El Mala: „Einfach unglaublich“
"Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Es fühlt sich einfach unglaublich an", sagte Malek El Mala nach seinem Premieren-Tor in der Bundesliga. Es sei "unbeschreiblich", betonte der 21-Jährige. Stolz zeigte sich auch sein ein Jahr jüngerer Bruder Saïd: "Mich freut es für den Jungen extrem, weil er arbeitet seit Wochen extrem hart bei uns im Training und unten in der U21", sagte er bei DAZN. Sein Bruder habe sich diesen Moment "total verdient".
Auf Seiten der Berliner überwog dagegen der Frust. "Wir sind schon enttäuscht. Gerade zu Hause wollten wir unbedingt drei Punkte holen", sagte Verteidiger Marvin Friedrich, der erstmals seit 2022 wieder für Union auflief.
Revanche-Stimmung bei Union
Nach der herben Niederlage im Pokal in Köln hatte Union intern von einem "Systemabsturz" gesprochen und sich bei den Anhängern entschuldigt. Die Hoffnung auf Wiedergutmachung war schon vor dem Anpfiff sichtbar: Auf dem Titel des Stadionhefts stand groß "Bock uff Revanche", daneben das Maskottchen Ritter Keule mit seiner Schlagwaffe im Duell mit dem Kölner Geißbock.
Auf dem Platz zeigten die Berliner tatsächlich eine Reaktion. Vor allem defensiv wirkte Union deutlich stabiler. Marvin Friedrich half mit, die Abwehr zu ordnen. Saïd El Mala, im Pokal noch Doppeltorschütze und von Trainer Lustrinelli besonders in den Blick genommen, kam zunächst kaum zur Entfaltung. Nach der Führung zog sich Union weit zurück und überließ Köln über weite Strecken den Ball.
Viel Unterhaltung bot die Partie zunächst nicht. Union verteidigte mit großem Einsatz und setzte auf die gewohnte kompakte Spielweise. Kurz vor der Pause hätte fast das 2:0 fallen können, doch Kölns Torhüter Marvin Schwäbe lenkte einen Versuch von Livan Burcu noch an die Latte.
Brüderpaar schreibt FC-Geschichte
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild zunächst gleich: Union stand tief, Köln suchte nach einer Lücke, entwickelte dabei aber kaum Gefahr. Selbst nach einer Stunde hatten die Gäste noch keinen Torschuss abgegeben. Die Berliner brachten den FC zunehmend aus dem Rhythmus, was sich auch in einer hitzigen Szene zeigte, als Paul Okon-Engstler Kastriot Imeri schubste.
Wie so oft an der Alten Försterei prägten Kampf und Intensität das Spiel stärker als spielerischer Glanz. Union lauerte zwar auf Gegenstöße, spielte diese aber nicht sauber genug zu Ende. In der 72. Minute brachte Köln dann Malek El Mala zu seinem ersten Einsatz bei den Profis. Damit stellt der FC erstmals seit rund 40 Jahren wieder ein Brüderpaar in seiner Mannschaft: Zuletzt war das mit Klaus und Thomas Allofs in der Saison 1986/87 der Fall.
Nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung sorgte Malek El Mala dann für den entscheidenden Moment und traf zum Ausgleich. Für Köln war es ein später, aber wichtiger Treffer – für Union dagegen ein weiterer Dämpfer im Abstiegskampf.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber