Bayern

Prozess: Was auf dem Hof des Bauernpräsidenten geschah

Demo, Hausfriedensbruch, Zeugenaussage: War der Protest auf Felßners Hof legal? Jetzt müssen er und seine Frau vor Gericht reden.

10.06.2026, 14:19 Uhr

Sieben Sympathisanten der Protestbewegung „Animal Rebellion“ stehen in Nürnberg vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Hausfriedensbruch vor. Auslöser ist eine Protestaktion auf dem Hof des bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner im März 2025.

Die Hauptverhandlung wurde nötig, weil zuvor erlassene Strafbefehle von den Beschuldigten nicht akzeptiert worden waren. Verhandelt wird vor einem Richter des Amtsgerichts Hersbruck. Da es dort für das Verfahren mit vielen Beteiligten keine passenden Räume gab, wurde der Prozess nach Nürnberg verlegt.

Nach Angaben von „Animal Rebellion“ richtete sich die Aktion im März des vergangenen Jahres gegen eine mögliche Ernennung des CSU-Politikers Felßner zum Bundesagrarminister. Später zog Felßner seine Kandidatur zurück. Danach wurde zudem bekannt, dass das Veterinäramt bei einer Kontrolle auf seinem Hof Mängel in der Tierhaltung festgestellt hatte, unter anderem bei Einstreu und Entmistung. Felßner erklärte, die Beanstandungen seien umgehend behoben worden.

Pyrotechnik und Banner

Laut Justiz sollen die Angeklagten am 24. März 2025 unberechtigt das Anwesen Felßners in Lauf an der Pegnitz betreten haben. Dort sollen sie Pyrotechnik gezündet und mit Bannern sowie Plakaten gegen aus ihrer Sicht tierschutzrelevante Missstände protestiert haben.

Nach Darstellung Felßners wurde seine Ehefrau durch die Aktion in Angst und Schrecken versetzt. Das Ehepaar soll am 17. Juni als Zeugen vor Gericht aussagen. Für diesen Tag wird auch bereits ein Urteil erwartet.

Insgesamt 13 Beteiligte

Ursprünglich waren gegen 13 Personen im Alter zwischen 25 und 50 Jahren Strafbefehle beantragt worden. Einer der Betroffenen akzeptierte die Strafe, weitere Verfahren wurden abgetrennt, und drei Beschuldigte konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht an der Hauptverhandlung teilnehmen.

Die nun angeklagten sieben Personen räumten ihre Beteiligung an der Protestaktion ein, beteuerten jedoch, ihnen sei nicht bewusst gewesen, dass sie privaten Grund betreten hätten. Über Felßners Hof bei Lauf nahe Nürnberg verläuft unter anderem auch ein öffentlicher Weg.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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