Bayern

Aschaffenburger OB verweigert Regenbogenfahne

2024 wehte sie noch – jetzt verschwindet die Regenbogenfahne aus Aschaffenburg. Der neue OB erklärt den umstrittenen Kurs.

29.05.2026, 11:50 Uhr

Aschaffenburg hisst 2024 keine Regenbogenflagge an öffentlichen Gebäuden

In Aschaffenburg werden an städtischen Gebäuden und offiziellen Fahnenmasten in diesem Jahr keine Regenbogenflaggen mehr gezeigt. Das teilte die Stadt mit.

Oberbürgermeister Markus Schlemmer (CSU), der seit März im Amt ist, begründete den Schritt damit, dass öffentliche Gebäude und zentrale Fahnenmasten aus seiner Sicht für die gesamte Stadt und alle Bürgerinnen und Bürger stünden. Die offizielle Beflaggung solle daher auf staatliche, kommunale und andere hoheitliche Anlässe beschränkt werden.

Schlemmer betonte zugleich, die Entscheidung richte sich nicht gegen die queere Community. Vielmehr wolle er queeres Leben nicht als etwas Besonderes herausstellen, sondern als selbstverständlichen Teil der Stadtgesellschaft verstanden wissen. Sichtbarkeit entstehe für ihn nicht nur durch Flaggen, sondern ebenso durch Veranstaltungen, Begegnungen, eine klare Haltung im Alltag und den Schutz vor Diskriminierung.

Der CSU-Politiker wies außerdem den Vorwurf zurück, mit der zurückhaltenderen Beflaggung mangelnde Wertschätzung gegenüber queeren Menschen zu zeigen. Eine solche Deutung werde seiner Haltung nicht gerecht, erklärte er.

Im vergangenen Jahr noch ein anderes Signal

Unter Schlemmers Vorgänger Jürgen Herzing (SPD) war die Regenbogenflagge im Vorjahr noch bewusst gehisst worden. Damals wurde dies unter anderem mit Solidarität mit Budapest begründet. In der ungarischen Hauptstadt war eine Pride-Parade trotz eines Verbots durch den inzwischen abgewählten Ministerpräsidenten Viktor Orban von vielen Menschen begleitet worden.

Regenbogenfahne
Die Regenbogenfahne gilt als Flagge der queeren Community. (Symbolbild) Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Auch bundesweit gab es zuletzt Debatten über den Umgang mit der Regenbogenflagge. So war am Berliner Reichstag Streit darüber entbrannt, ob sie zum Christopher Street Day gehisst werden sollte. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hatte dies unter Verweis auf das Neutralitätsgebot abgelehnt. Stattdessen ließ sie die Flagge am 17. Mai aufziehen, dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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