Madonna eröffnet die MTV Video Music Awards mit spektakulärem Bühnenauftritt
Madonna hat die diesjährigen MTV Video Music Awards in Los Angeles mit einer energiegeladenen Performance eröffnet. Zum Auftakt der Preisverleihung brachte die Pop-Ikone Dutzende Sängerinnen, Sänger und Tänzer auf die Bühne und präsentierte ein Medley aus ihrem Album Confessions on a Dance Floor II.
Gemeinsam mit Sabrina Carpenter performte sie den Duett-Titel Bring Your Love. Auch Charli XCX stand mit Madonna auf der Bühne: Zusammen stellten sie erstmals den Song Danceteria Afterhours vor, dessen Refrain Everybody get up and dance das Publikum mitriss.
Für Madonna war es der erste Gesangsauftritt bei den VMAs seit 23 Jahren. 2003 hatte sie dort zusammen mit Britney Spears und Christina Aguilera für einen der bekanntesten Momente der Preisverleihung gesorgt, als sie ihre Kolleginnen während eines Live-Auftritts küsste. Damals sang sie Hollywood. In den Jahren danach kehrte sie zwar vereinzelt zur VMA-Bühne zurück, allerdings ohne musikalische Darbietung.
Taylor Swift gewinnt den Hauptpreis des Abends und schreibt Geschichte
Taylor Swift hat bei der Gala die wichtigste Auszeichnung des Abends gewonnen: In der Kategorie Video des Jahres setzte sie sich mit The Fate of Ophelia gegen Madonna, Ariana Grande, Bruno Mars, Sabrina Carpenter sowie Gener8ion mit Rapper Yung Lean durch.
Mit dem Sieg schrieb Swift zugleich VMA-Geschichte: Insgesamt hält sie nun 33 Trophäen und ist damit die erfolgreichste Künstlerin in der Geschichte der MTV Video Music Awards. Sie zog damit an Beyoncé vorbei, die in diesem Jahr nicht nominiert war.
Swift, die in einer bodenlangen schwarz-silbernen Robe auftrat, widmete den Preis der kürzlich verstorbenen Country-Legende Dolly Parton. In ihrer Dankesrede bezeichnete sie Parton als das „ultimative Showgirl“. Jeder von ihr geschriebene Song sei „so lebendig und so tiefgründig“, sagte Swift.
Neben dem Hauptpreis gewann Swift auch die VMA in der Sparte Beste Regie für den Song Opalite. Außerdem wurde sie mit dem neuen Ehrenpreis Artist Director Honors für ihre Regiearbeit ausgezeichnet. Mit der neuen Auszeichnung ehrt MTV Künstlerinnen und Künstler, die hinter der Kamera neue Maßstäbe für Musikvideos und visuelles Erzählen setzen.
Swift sagte bei der Show, sie habe in den vergangenen 20 Jahren rund 60 Musikvideos realisiert, davon 18 selbst geschrieben und inszeniert. Sie betonte, dass sie es wirklich liebe, bei Musikvideos Regie zu führen. In der Kategorie Beste Regie war sie bei den VMAs in der Vergangenheit bereits siebenmal nominiert und gewann dort viermal.
Unmittelbar nach der Preisverleihung feierte auch Swifts neues Musikvideo zu ihrem Song Patient Zero Weltpremiere während der Show. Das Lied erzählt von einer toxischen Beziehung. In dem Clip sind die Hollywood-Stars Dakota Johnson und Colin Farrell als streitendes Liebespaar zu sehen. Johnson, die Swift den Preis für die Regie-Ehrung überreichte, lobte die Musikerin als visionäre Geschichtenerzählerin.
Madonna räumt bei der Preisvergabe mit sieben Trophäen ab
Obwohl Taylor Swift den Hauptpreis holte, war Madonna eine der prägenden Figuren des Abends. Die 68-Jährige war mit 13 Nominierungen als Favoritin ins Rennen gegangen und gewann am Ende sieben Trophäen.
Ausgezeichnet wurde sie unter anderem als Künstlerin des Jahres sowie für die Zusammenarbeit mit Sabrina Carpenter an Bring Your Love. Weitere Preise erhielt sie für Confessions II – The Film, unter anderem in den Bereichen Kamera, Tanz und Album.
In ihrer Dankesrede für den Preis als Künstlerin des Jahres erinnerte Madonna an ihren ersten VMA-Auftritt im Jahr 1984. Damals sei mit ihrem Outfit einiges schiefgelaufen, erzählte sie, und dabei sei sogar ein Teil ihrer Pobacke zu sehen gewesen. Ihr Manager habe ihr anschließend gesagt, ihre Karriere sei damit wohl vorbei. Bei der diesjährigen Show trug Madonna zeitweise einen Spitzen-Bodysuit und extrem knappe Shorts.
Madonna hatte bereits im Juli mit Confessions on a Dance Floor II ihr erstes Studioalbum seit 2019 veröffentlicht und damit große Erfolge in den Charts gefeiert.
Tribute und Ehrenpreis für Nirvana
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Ehrung von Nirvana mit dem Video Vanguard Award. Die Auszeichnung würdigt den nachhaltigen Einfluss eines Acts auf die Musikszene. Zu den früheren Preisträgerinnen und Preisträgern zählen unter anderem Jennifer Lopez, Katy Perry, Rihanna, Beyoncé, Justin Timberlake und Madonna.
Die legendäre Grunge-Band um den 1994 gestorbenen Frontmann Kurt Cobain war 1992 erstmals bei den VMAs aufgetreten. Unter großem Applaus nahmen nun die ehemaligen Bandmitglieder Krist Novoselic, Dave Grohl und Pat Smear den Preis entgegen. „Kurt war einzigartig“, sagte Novoselic.
Für emotionale Momente sorgten zudem mehrere musikalische Hommagen. Country-Sängerin Kacey Musgraves widmete der im August im Alter von 80 Jahren gestorbenen Dolly Parton eine bewegende Version von I Will Always Love You. Auch dem 2016 verstorbenen britischen Sänger George Michael wurde mit einem Tribute gedacht.
Weitere Gewinner des Abends
Preise gingen außerdem an Sienna Spiro als Beste neue Künstlerin, Lisa in der Kategorie Best Pop sowie an BTS, die in den Sparten Song des Jahres, K-Pop und Beste Gruppe triumphierten.
Ariana Grande wurde für hate that i made you love me als Song des Sommers ausgezeichnet.
Show in Los Angeles erstmals von Snoop Dogg moderiert
Die MTV Video Music Awards werden seit 1984 vergeben. Austragungsort der diesjährigen Show ist Los Angeles. Erstmals führte Rapper Snoop Dogg als Moderator durch den Abend.
Fans können online für ihre Favoriten abstimmen. Die Trophäe zeigt traditionell eine Astronautenfigur mit einer MTV-Fahne in der Hand.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber