Bayern

Droht Trinkwasser-Mangel? Das können Bayern tun

Hitze treibt Bayerns Wasserverbrauch hoch: Drohen jetzt Einschränkungen? Warum selbst Poolbesitzer aufpassen müssen.

13.07.2026, 04:00 Uhr

Hitze und Trockenheit in Bayern: So steht es um die Trinkwasserversorgung

Während der ersten Hitzewelle Ende Juni ist der Trinkwasserverbrauch in Bayern wie erwartet spürbar gestiegen. In einigen Kommunen wurden bereits Sparmaßnahmen eingeleitet. Da der Deutsche Wetterdienst erneut hohe Temperaturen ankündigt, richtet sich der Blick wieder auf die Wasserversorgung im Freistaat.

Droht aktuell ein Mangel an Trinkwasser?

Derzeit nicht. Nach Angaben des Landesamts für Umwelt (LfU) ist die öffentliche Trinkwasserversorgung in Bayern gesichert. Konkrete Versorgungsprobleme bei Verbraucherinnen und Verbrauchern seien momentan nicht bekannt.

Dennoch bleibt die Lage angespannt. Mehrere Quellen und Brunnen liefern inzwischen weniger Wasser. Auch die Grundwasserstände sind vielerorts niedrig oder sinken weiter – und das laut LfU in einem für die Jahreszeit ungewöhnlichen Ausmaß.

Bringt der jüngste Regen Entlastung?

Nur begrenzt. Die Niederschläge der vergangenen Tage hätten die Situation zwar etwas stabilisiert, von einer echten Erholung könne aber keine Rede sein, so das LfU. An rund drei Vierteln der Messstellen werde weiterhin zu wenig Grundwasser gemessen.

Teilweise werden Brunnen bereits vorübergehend stillgelegt. Sollte sich die Lage in einzelnen Gebieten weiter verschärfen, könnten weitere Anlagen folgen. Falls es regional eng wird, können Trinkwassertalsperren Fernwasserversorger unterstützen. Auch benachbarte Versorger können im Notfall aushelfen.

Wo ist die Lage besonders schwierig?

Zu den trockensten Regionen Bayerns zählt Unterfranken. Doch auch in Südbayern fällt seit längerer Zeit zu wenig Regen.

Brunnen mit Trinkwasser
Mancherorts werden Brunnen außer Betrieb genommen. (Symbolbild) Quelle: Daniel Vogl/dpa

In Würzburg meldete der Versorger WVV während der Hitzetage Ende Juni mit Temperaturen von zeitweise über 40 Grad einen deutlich erhöhten Verbrauch. Am 23. Juni seien rund 45.000 Kubikmeter Trinkwasser bereitgestellt worden – so viel wie an keinem Tag seit etwa zwei Jahrzehnten.

Nach Angaben von WVV-Sprecherin Susanna Blum können solche Spitzen zwar bewältigt werden, solange alle Anlagen laufen. Gleichzeitig beobachte man jedoch seit rund 20 Jahren sinkende mittlere Grundwasserstände, mit einer besonders deutlichen Verschärfung in den vergangenen zehn Jahren.

In Regensburg bewertet der Versorger Rewag die Versorgung im Oberpfälzer Jura derzeit noch als stabil. Sprecher Martin Gottschalk verweist aber darauf, dass bereits Notverbünde mit anderen Regionen eingerichtet wurden, um bei Bedarf gegenseitig mit Trinkwasser auszuhelfen.

Nach Einschätzung des LfU ist die Situation derzeit vor allem in Schwaben, Oberbayern und Ostbayern heikel. Deshalb rufen einige Versorger ihre Kundschaft schon jetzt zum Wassersparen auf.

Welche Rolle spielt das Vorjahr?

Das Jahr 2025 war in Bayern nach Daten des Deutschen Wetterdienstes außergewöhnlich trocken. Im landesweiten Mittel fielen nur etwa 700 Liter Niederschlag pro Quadratmeter – rund 25 Prozent weniger als üblich. Zudem war das Jahr ungewöhnlich warm: Die durchschnittliche Temperatur lag mit 9,4 Grad Celsius um 1,9 Grad über dem Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990.

Auch das hydrologische Winterhalbjahr von November 2025 bis April 2026 sowie die Monate Mai und Juni verliefen laut LfU eher trocken. Eine nachhaltige Entspannung der Niedrigwassersituation ist nach den Wetterprognosen für die kommenden Wochen derzeit nicht zu erwarten.

Umweltminister Thorsten Glauber warnt deshalb vor den Folgen des Klimawandels. Die aktuelle Hitze und die geringen Niederschläge zeigten, dass sich die Auswirkungen auch in Bayern immer stärker bemerkbar machten.

Was ist noch erlaubt: Pool füllen, Auto waschen, Garten gießen?

Ein bayernweites Verbot für solche Nutzungen gibt es derzeit nicht – auch nicht bei längerer Trockenheit. Allerdings können Städte und Gemeinden bei Wasserknappheit eigene Einschränkungen anordnen. Wer etwa einen privaten Pool befüllen will, sollte sich deshalb vorher über die örtlichen Regeln informieren.

Die Stadtwerke München weisen darauf hin, dass Wasserversorger nicht nachvollziehen können, wofür Kundinnen und Kunden ihr Wasser konkret verwenden. In angespannten Situationen sollte der Verbrauch jedoch auf das Notwendige beschränkt werden – also auf Trinken, Kochen, Hygiene und medizinische Zwecke. Andere Nutzungen müssten dann vorübergehend zurückstehen.

Fachleute raten ohnehin zu einem sparsamen Umgang mit Wasser. Gärten sollten möglichst morgens oder abends bewässert werden, damit weniger Wasser verdunstet. Außerdem ist es sinnvoll, Regenwasser zu sammeln und Pflanzen seltener, dafür aber gründlich zu gießen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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