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Darum reist Weimer für Israels Song-Contest nach Wien

Trotz heftiger Kritik: Israel bleibt beim ESC 2026 dabei – und ausgerechnet ein deutscher Kulturminister reist zur Unterstützung an.

12.05.2026, 11:16 Uhr

Israel nimmt trotz anhaltender Kritik am Eurovision Song Contest teil – und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer will den Wettbewerb in Wien persönlich verfolgen. Am Rande eines Treffens der europäischen Kulturminister in Brüssel sagte der Parteilose, ein Musikwettbewerb wie der ESC sei nicht der Ort, an dem politische Fragen in dieser Dimension im Mittelpunkt stehen sollten. Er freue sich, dass Israel auftreten dürfe, und wolle deshalb auch den israelischen Sänger vor Ort hören.

Für Israel tritt Noam Bettan mit dem Popsong „Michelle“ an. Deutschland wird von Sarah Engels vertreten, die mit „Fire“ ins Rennen geht. In seinem kurzen Statement in Brüssel ging Weimer auf den deutschen Beitrag zunächst nicht ein. In einem nun bei ntv veröffentlichten Interview äußerte er sich jedoch positiv über Engels: Ihm gefielen ihre Energie, ihre Begeisterung für Musik und ihre lebensfrohe Lust an der Show. Mit Blick auf die Wettquoten, in denen sie eher im Mittelfeld liege, hoffe er dennoch auf ein gutes Abschneiden.

Beim ESC entsenden die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten jeweils eine Sängerin, einen Sänger oder eine Musikgruppe für ihr Land.

Ausschluss Israels war Thema

Mehrere Länder, darunter Spanien und die Niederlande, boykottieren den Wettbewerb in diesem Jahr. Hintergrund ist Israels Vorgehen im Gazastreifen nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 in Israel. Rund um die Veranstaltung wird zudem mit Protesten und möglichen Störaktionen gerechnet.

Im Vorfeld war auch darüber diskutiert worden, Israel ganz vom ESC auszuschließen. Die Mitgliedssender der Europäischen Rundfunkunion (EBU) entschieden sich im Dezember jedoch dagegen.

Weimer hatte sich dafür ausgesprochen, Israels Teilnahme zu ermöglichen. Zwar seien die Sender in ihrer Entscheidung autonom, sagte er. Zugleich begrüßte er, dass sich am Ende eine deutliche Mehrheit für Offenheit, Toleranz und die verbindende Kraft der Musik ausgesprochen habe. Das Interesse am ESC sei gewaltig. Deshalb zeigte sich Weimer überzeugt, dass ein großes Musikfest bevorstehe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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