Alexander Zverev hat Team Europa beim Laver Cup zum Prestigesieg gegen die Weltauswahl geführt. Der deutsche Weltranglistenzweite gewann in London gegen den Amerikaner Learner Tien mit 7:6 (7:3), 6:3 und holte damit die entscheidenden Punkte. Für Europa war es in der neunten Auflage des Einladungsturniers bereits der sechste Gesamterfolg.
„Ich finde, wir hatten eine tolle Mannschaft, eine tolle Chemie im Team“, sagte Zverev nach dem Erfolg. „Ich denke, es gibt kein schöneres Gefühl im Sport, als im Team zu gewinnen.“
Gegen Tien tat sich Zverev lange schwer. Der US-Amerikaner spielte variabel und brachte den Deutschen immer wieder aus dem Rhythmus. Zwischenzeitlich war Zverev der Frust deutlich anzumerken, auch der graue Belag in der Londoner Arena schien ihm nicht zu liegen. Während eines Seitenwechsels sagte Taylor Fritz über ihn sogar: „Er ist so frustriert.“ Doch nach einem umkämpften ersten Satz steigerte sich Zverev, dominierte den Tiebreak und spielte den zweiten Durchgang souverän zu Ende.
Das ist der Laver Cup
Der Laver Cup trägt den Namen der australischen Tennis-Legende Rod Laver. Auch wenn das Turnier vor allem Showcharakter hat, gehen die Spieler mit großer Ernsthaftigkeit in die Partien. Ins Leben gerufen wurde das Event 2017 von Roger Federer. Seitdem trifft jedes Jahr eine Europa-Auswahl auf ein Team aus Spielern des restlichen Kontinentalsystems.
Angeführt wird Team Europa derzeit vom früheren französischen Profi Yannick Noah. Die Weltauswahl wird von Ex-Weltranglistenerstem Andre Agassi betreut. Punkte für die ATP-Weltrangliste gibt es bei dem Wettbewerb allerdings nicht.
Rückenwind im Rennen um Platz eins
Unabhängig davon hat sich Zverevs Ausgangslage im Kampf um die Spitzenposition der Weltrangliste verbessert. Der aktuelle Branchenführer Jannik Sinner sagte seinen Start beim ATP-Turnier in Peking wegen anhaltender Knieprobleme ab. Damit entgehen dem Italiener die Chancen, seine 500 Punkte aus dem Vorjahr zu verteidigen. Auch bei den restlichen Turnieren bis zum Saisonende hat Sinner im Vergleich zu Zverev deutlich mehr Zähler zu verteidigen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber