München soll für Deutschland ins Rennen um Olympia gehen
Baden-Baden. München ist als deutscher Kandidat für eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele ausgewählt worden. Spitzenpolitiker, Sportfunktionäre und prominente Unterstützer reagierten mit großer Freude und warben geschlossen für das Projekt.
Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete Olympische Spiele in Deutschland als nationales Ziel. München trete für das ganze Land an, sagte er. Die Spiele könnten emotionale Momente, sportliche Höhepunkte und breite Begeisterung im ganzen Land auslösen.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach von einer historischen Entscheidung. Deutschland wolle sich geschlossen präsentieren – über alle Regionen hinweg. Er zeigte sich überzeugt, dass die Chancen diesmal besser seien als bei früheren Anläufen. Angesichts der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands dürfe das Vorhaben seiner Ansicht nach nicht am Geld scheitern. Zugleich schilderte er die Spannung der Entscheidung als außergewöhnlich groß.
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause erklärte, nun könne die eigentliche Arbeit beginnen. Bei den nötigen Investitionen in die Infrastruktur dürfe man nicht erst auf eine spätere IOC-Entscheidung warten, sondern müsse sofort loslegen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil rief zu breiter Unterstützung für die Bewerbung auf. Deutschland wolle die Spiele zurückholen und könne sie sich finanziell auch leisten. Damit verband er ausdrücklich eine Zusage des Bundes.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht gute Aussichten, wenn Deutschland im weiteren Verfahren geeint auftrete.
Aus Nordrhein-Westfalen kam trotz der Entscheidung für München Anerkennung für den Sieger. Ministerpräsident Hendrik Wüst betonte, die Region Köln/Rhein-Ruhr habe eine starke Bewerbung eingereicht; letztlich hätten nur Feinheiten den Ausschlag gegeben.
DOSB-Präsident Thomas Weikert nannte die Entscheidung ein positives Signal für den deutschen Sport. München habe im nationalen Auswahlprozess mit seinem Konzept am meisten überzeugt. Nun beginne die internationale Phase, in der Deutschland mit München vertreten werde.
Sport-Staatsminister Ronald Rauhe kündigte an, nun gemeinsam das IOC überzeugen zu wollen. Bundesregierung, DOSB und die Kandidatenstadt würden dabei an einem Strang ziehen. Olympische und Paralympische Spiele könnten Menschen verbinden und dem Land neue Impulse geben. Auch der Kanzler müsse dabei nun eine aktive Rolle übernehmen.
Fußball-Bundestrainer Jürgen Klopp bekannte sich als großer Olympia-Anhänger. Die Spiele von 1972 in München gehörten für ihn zu den prägenden Kindheitserinnerungen. Eine erfolgreiche Bewerbung könne dem Land ein gemeinsames Ziel geben und Investitionen anstoßen. Deutschland sei aus seiner Sicht ein hervorragender Gastgeber und könne sich der Welt von seiner besten Seite zeigen.
Idriss Gonschinska, Chef des Deutschen Behindertensportverbands, mahnte Geschlossenheit an. Der nationale Wettbewerb sei beendet, nun müsse der gesamte Sport hinter der ausgewählten Bewerbung stehen. Auch der DBS wolle sich mit voller Kraft einbringen.
Für den Deutschen Basketball Bund sprach Ingo Weiss von einem ausgezeichneten Kandidaten. Jetzt müsse alles darauf ausgerichtet werden, beim IOC eine Mehrheit zu gewinnen. München erfülle aus seiner Sicht alle wichtigen Voraussetzungen.
FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer sprach von einem bedeutenden Tag für München als Sportstadt. Die Auswahl sei jedoch nur der Auftakt gewesen. Bis zur endgültigen Vergabe sei es noch ein weiter Weg, auf dem der FC Bayern die Bewerbung weiter unterstützen werde.
Max Hartung aus dem Vorstand der Sporthilfe begrüßte die Entscheidung ebenfalls und sagte der Bewerbung Unterstützung zu.
Der frühere Skirennfahrer Christian Neureuther betonte die Bedeutung des Projekts für München, Bayern und ganz Deutschland. Nun müsse im ganzen Land olympische Begeisterung geweckt werden. Die große Aufmerksamkeit in Baden-Baden wertete er als starkes Zeichen.
Auch Jörg Ammon, Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbands, zeigte sich kämpferisch und versprach, Deutschland im internationalen Wettbewerb bestmöglich zu vertreten.
Insgesamt überwog nach der Entscheidung Aufbruchstimmung: Politik, Verbände und prominente Unterstützer wollen München nun gemeinsam auf dem Weg zu einer möglichen Olympia-Ausrichtung begleiten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber