Yamaha lässt Katar-Grand-Prix aus
Yamaha Racing wird am kommenden Wochenende nicht beim Grand Prix von Katar in Doha antreten. Als Grund nannte der japanische Hersteller Sicherheitsbedenken mit Blick auf die Lage im Nahen Osten. Nach einer erneuten Prüfung sehe das Unternehmen weiterhin keine Grundlage, die konzerninternen Reisebeschränkungen aufzuheben.
Nach Angaben von Yamaha fiel die Entscheidung unabhängig von der MotoGP und dem Veranstalter. Beim Portugal-Grand-Prix vom 20. bis 22. November, dem vorletzten Saisonlauf, soll das Team wieder an den Start gehen. Das Saisonfinale findet eine Woche später in Valencia statt.
Yamaha ist das einzige Team, das die Reise in den Wüstenstaat nicht antritt. In der Konstrukteurswertung belegt der Rennstall mit 105 Punkten abgeschlagen den letzten, fünften Platz. An der Spitze liegt Ducati mit 537 Zählern.
MotoGP hält dagegen – mögliche Folgen für Yamaha
Die Entscheidung könnte für Yamaha sportliche Konsequenzen haben. Die Verantwortlichen der MotoGP reagierten enttäuscht und verwiesen auf die vertraglichen Pflichten des Teams. Gleichzeitig widersprach die Rennserie der Einschätzung des Herstellers.
Nach Gesprächen mit dem Staat Katar, der Strecke in Lusail, unabhängigen Sicherheitsexperten sowie auf Basis eigener Risikoanalysen gebe es keine Hinweise, die eine Abkehr von der bisherigen Planung notwendig machten.
Außerdem hätten alle übrigen Teams ihre Teilnahme bestätigt. Medienberichten zufolge sollen sich allerdings auch mehrere Fahrer für eine Absage des Rennens ausgesprochen haben.
Die Sorgen um die Sicherheit stehen im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran. Bereits im März hatten die Formel 1 und der Automobil-Weltverband FIA die für April angesetzten Grands Prix in Bahrain und Saudi-Arabien aus Sicherheitsgründen gestrichen. Auslöser waren iranische Angriffe auf beide Länder als Reaktion auf Luftschläge der USA und Israels.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber