Fußball

Augsburger Baum tobt: Jetzt platzt ihm der Kragen

Augsburg stürzt nach Traumstart ab: Schon sechs Spiele ohne Sieg – jetzt platzte dem Trainer in der Kabine der Kragen.

01.11.2026, 10:23 Uhr

Baum nach erneuter verspielter Führung verärgert

Nach dem nächsten Rückschlag machte Manuel Baum seinem Unmut Luft. Der Trainer des FC Augsburg zeigte sich nach dem 1:2 (1:0) in der Bundesliga gegen den SC Freiburg ungewohnt deutlich. Zwar blieb sein Ton auf der Pressekonferenz sachlich, doch seine Enttäuschung war klar spürbar.

Augsburg hatte die Partie über weite Strecken unter Kontrolle und lag bereits zum fünften Mal in dieser Saison mit 1:0 vorne. Dennoch reichte es erneut nicht zum Sieg. Für den FCA war es das sechste Ligaspiel in Serie ohne Erfolg.

Freiburg nutzt seine Chancen konsequent

Baum bemängelte vor allem, dass seine Mannschaft es versäumte, den Vorsprung auszubauen. Aus seiner Sicht spielte Augsburg lange ordentlich, ließ aber die entscheidenden Momente ungenutzt. Besonders ärgerlich fand der Coach, wie die Gegentreffer zustande kamen.

Freiburg war offensiv lange kaum gefährlich, schlug dann aber effizient zu. Der eingewechselte Igor Matanovic traf in der 66. Minute mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze zum Ausgleich. Kurz vor Schluss köpfte Cyriaque Irié nach einer Flanke von Vincenzo Grifo zum 2:1 für die Gäste ein (86.). Viel mehr zwingende Möglichkeiten hatten die Freiburger nicht.

Nach der ersten Heimniederlage seit sieben Monaten wurde Baum auch in der Kabine deutlich lauter. Später berichtete er, dass dort jeder die gleiche Enttäuschung gespürt habe und er diese als Trainer entsprechend zum Ausdruck gebracht habe.

Gouweleeuw verlangt mehr Abgezocktheit

Dabei sah es lange nach einem dringend benötigten Heimsieg für die Augsburger aus. Michael Gregoritsch, früher selbst für Freiburg aktiv und seit Januar zurück beim FCA, erzielte vor 30.660 Zuschauern in der 18. Minute per Dropkick die Führung. Danach verpasste es Augsburg jedoch mehrfach, den zweiten Treffer nachzulegen – auch in einer starken Phase direkt nach der Pause.

FC Augsburg - SC Freiburg
Cyriaque Irié lässt den FC Augsburg bedröppelt zurück. Quelle: Harry Langer/dpa

Kapitän Jeffrey Gouweleeuw, der in dieser Saison erstmals in der Startelf stand, forderte mehr Konsequenz. Seine Mannschaft müsse lernen, ein solches Spiel frühzeitig zu entscheiden. Solange das 1:0 stehe, bleibe der Gegner im Spiel und glaube weiter an seine Chance. Freiburg habe aus wenigen Möglichkeiten viel gemacht.

Der Niederländer mahnte außerdem mehr Cleverness an. Ein knapper Vorsprung müsse auch einmal über die Zeit gebracht werden. Trotz der aktuellen Schwächephase warnte er jedoch vor Überreaktionen. Die Mannschaft müsse stabil bleiben und dürfe nicht zwischen Euphorie und Niedergeschlagenheit schwanken. Aus seiner Sicht sei keineswegs alles schlecht.

Vor Leipzig wächst der Druck

Vor dem Auswärtsspiel am Samstag bei RB Leipzig und der anschließenden Länderspielpause nimmt der Druck in Augsburg dennoch zu. Von einer Krise wollte Gouweleeuw zwar nicht sprechen, machte aber deutlich, dass nun schnell wieder Punkte her müssen – im Idealfall schon in Leipzig.

Auch Mittelfeldspieler Fabian Rieder sieht die Lage nicht als Krise. Er betonte, dass in jedem Spiel erkennbar gewesen sei, dass der FCA die Qualität habe, gegen diese Gegner zu punkten. Gerade deshalb sei die aktuelle Serie besonders frustrierend. Gleichzeitig zeigte sich der Schweizer überzeugt davon, dass die Mannschaft die Wende schaffen kann.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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