Fußball

Karl-Zoff: Ballack schießt gegen Bayern, Eberl kontert

Ballack geht auf Bayern los: Nach Hoeneß- und Eberl-Aussagen zu Shootingstar Lennart Karl eskaliert der Zoff.

01.11.2026, 09:13 Uhr

Streit um Bayern-Talent Lennart Karl: Ballack weist Kritik zurück

Vor dem Bundesliga-Klassiker zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund ist ein öffentlicher Konflikt um Nachwuchsspieler Lennart Karl entstanden. Auslöser waren Aussagen von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß, die Karls Berater Michael Ballack deutlich kritisierte. Der frühere Nationalmannschaftskapitän hält den Umgang des Vereins mit dem 18-Jährigen für unangemessen.

Ballack erklärte bei DAZN, jeder dürfe selbst entscheiden, wie er sich in der Öffentlichkeit präsentiere. Natürlich laufe dabei nicht immer alles perfekt. Problematisch sei aus seiner Sicht jedoch, wenn die Außendarstellung eines jungen Spielers mit seiner sportlichen Entwicklung vermischt werde. Genau das werfe er dem FC Bayern vor. Hoeneß dürfe Karls Auftreten zwar kritisieren, mache ihn damit aber zugleich öffentlich angreifbar.

Eberl reagiert reserviert

Bayerns Sportvorstand Max Eberl zeigte sich nach dem 2:2 gegen Borussia Dortmund wenig erfreut über Ballacks Aussagen. Im Stadion fragte er zunächst, ob Ballack in diesem Fall als DAZN-Experte oder als Berater des Spielers gesprochen habe. Bereits zuvor hatte Eberl bei Sky erklärt, er halte es für schwierig, einen solchen Disput über die Medien auszutragen.

Zugleich betonte Eberl, wie hoch der Verein Karls Potenzial einschätze. In der vergangenen Saison habe sich der Offensivspieler stark entwickelt und nicht ohne Grund bei der Ballon-d’Or-Verleihung in London zu den Newcomern gezählt. Dann habe ihn jedoch eine Verletzung kurz vor der WM zurückgeworfen. Für Menschen im Leistungssport sei klar, dass ein junger Spieler auf seinem Weg auch einmal einen Dämpfer erleben könne.

Michael Ballack
Ex-Profi und Berater Michael Ballack gefällt nicht, was Uli Hoeneß und Max Eberl über seinen Spieler äußern. (Archivbild) Quelle: Sven Hoppe/dpa

Bayern sieht Karl wieder im Aufwind

Nach Einschätzung Eberls zeigt die Formkurve inzwischen wieder nach oben. Karl befinde sich auf einem guten Weg. Beeindruckend sei vor allem, wie der junge Spieler mit der Situation umgehe und die Nebengeräusche ausblende. Deshalb habe er Ballacks Kritik an den Münchner Aussagen nicht wirklich nachvollziehen können.

Hoeneß mahnt mehr Demut an

Hoeneß hatte zuvor angedeutet, Karl habe womöglich etwas die Bodenhaftung verloren. Er kündigte an, mit dem Junioren-Nationalspieler ein ernstes Gespräch führen zu wollen. Solche Gespräche habe es beim FC Bayern auch in früheren Jahren mit anderen Talenten gegeben, unter anderem mit dem späteren Weltmeister Bastian Schweinsteiger. Gegenüber der Welt am Sonntag sagte Hoeneß, Karl sei noch weit davon entfernt, ein Superstar zu sein; junge Spieler müssten Demut zeigen.

Ballack kritisiert auch Eberls Wortwahl

Ballack störte sich nicht nur an Hoeneß, sondern auch an Eberls Darstellung. Es sei für ihn schwer nachvollziehbar, dass Eberl ausgerechnet jetzt, da Karls sportliche Entwicklung wieder klar nach oben gehe, von einem Leistungsloch spreche und dies auch noch mit angeblichen Fehltritten verbinde. Zeitpunkt und Inhalt dieser Aussagen seien aus seiner Sicht fragwürdig.

Dass Karl in sozialen Netzwerken präsent ist und sich generell eher extrovertiert zeigt, bewertet Ballack nicht negativ. Der Ex-Nationalspieler verwies darauf, dass der Offensivspieler erst 18 Jahre alt sei. In diesem Alter probiere man sich aus – nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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