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Was in der F1-Pause wirklich läuft

Teenager an der F1-Spitze: Kimi Antonelli verblüfft alle – doch nach der Sommerpause beginnt die gnadenlose Jagd.

27.07.2026, 11:30 Uhr

Formel 1 vor der Sommerpause: Spannung für die zweite Saisonhälfte wächst

Das letzte Rennen vor der Sommerpause in Ungarn hat deutlich gemacht, dass im Titelkampf noch viel offen ist. In den verbleibenden zwölf Grand Prix dürfte der Druck auf WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli weiter zunehmen. Zunächst steht für Fahrer und Teams jedoch Erholung auf dem Programm.

Zwei Wochen Stillstand in der Formel 1

Weltmeister Lando Norris, der in Ungarn gewann, will die freie Zeit zum Abschalten nutzen. Golf, Strand, Freunde und Familie stehen bei ihm in den kommenden Tagen im Vordergrund. So wie ihm geht es auch vielen anderen im Fahrerlager – vor allem den Mitarbeitern der Teams.

Für zwei Wochen ruht der Betrieb komplett. Fabriken schließen, Windkanäle bleiben ungenutzt, Meetings entfallen und auch hektische Nachtschichten zur Weiterentwicklung der Autos sind tabu. Dieser sogenannte "Summer Shutdown" soll Mechanikern, Ingenieuren und allen weiteren Beschäftigten eine echte Pause in einer sonst extrem fordernden Saison ermöglichen. Weiter geht es erst wieder am 23. August beim Grand Prix der Niederlande in Zandvoort.

Antonelli beweist Nervenstärke

Kimi Antonelli musste sich in Ungarn trotz einer Rückversetzung um drei Startplätze durchkämpfen. Am Ende brachte der 19 Jahre alte Italiener seinen Mercedes auf Rang drei ins Ziel und vergrößerte seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf Lewis Hamilton auf 50 Punkte. Besonders bemerkenswert: Die Strecke in Budapest zählt nicht gerade zu den stärksten für Mercedes.

Nico Hülkenberg
Wenn der Boss zuschaut: Nico Hülkenberg feiert in Ungarn seine ersten Audi-Punkte. Quelle: David Davies/PA Wire/dpa

Damit gelang Antonelli eine nahezu perfekte Schadensbegrenzung. Entsprechend zufrieden zeigte er sich nach dem Rennen. Für ihn sei das ein idealer Start in die Sommerpause gewesen. Gleichzeitig machte er klar, dass kein Nachlassen erlaubt ist. Die zweite Saisonhälfte werde schwierig, deshalb müsse Mercedes weiter konsequent arbeiten.

Das Team hat dabei noch ein weiteres Problem zu lösen: Die Defektserie beim zweiten Fahrer George Russell muss gestoppt werden. Im enger werdenden Titelrennen könnte Antonelli jede Unterstützung brauchen.

Hamilton bleibt erster Jäger – aber nicht ohne Probleme

Lewis Hamilton hat mit Ferrari in dieser Saison bereits einen Grand Prix gewonnen. In Budapest verpasste er zudem nur knapp die Pole Position und bleibt in der Fahrerwertung der härteste Verfolger von Antonelli. Das ist eine solide Ausgangslage.

Dennoch bremst sich Ferrari weiterhin zu oft selbst aus. In Ungarn kostete Hamilton die Boxenstrategie wohl einen Platz auf dem Podium. Hinzu kommt, dass der Rekordweltmeister sein Strafenkonto in den Griff bekommen muss. In den drei Rennen vor der Sommerpause kassierte er jeweils eine Fünf-Sekunden-Strafe. In Budapest war der Auslöser ein Tempoverstoß in der Boxengasse – um gerade einmal 0,1 km/h.

Hamilton zeigte sich trotz allem dankbar für die Arbeit seines Teams in der ersten Saisonhälfte. Gleichzeitig räumte er ein, dass er selbst daran arbeiten müsse, künftig straffrei zu bleiben.

Hülkenberg holt erste Punkte für Audi

Für Nico Hülkenberg war es ein langer Anlauf, doch nun hat es geklappt: Im elften Rennen der Saison fuhr der einzige deutsche Pilot im Feld als Neunter seine ersten Punkte für das Audi-Werksteam ein. Zuvor hatte es bereits mehrere Chancen gegeben, nun stimmte endlich alles.

Der 38-Jährige sprach davon, dass das Wochenende endlich wirklich rundgelaufen sei. Vor den Augen von Audi-Chef Gernot Döllner sorgte Hülkenberg dafür, dass Audi bereits zum dritten Mal in Folge Punkte holte. Besseres Timing hätte es kaum geben können.

Hülkenberg betonte zugleich, dass sich das Team weiterhin im Aufbau befinde. Audi befinde sich noch in einer frühen Entwicklungsphase, mache aber stetige Fortschritte und verbessere Abläufe wie Prozesse Schritt für Schritt.

Unsicherheit bei der weiteren Kalenderplanung

Mit der Rückkehr Malaysias als Ausrichter für den Grand Prix von Bahrain am 4. Oktober haben sich die Verantwortlichen in der Formel 1 und beim Automobil-Weltverband Fia zunächst etwas Luft verschafft. Der Grund: Wegen des Kriegs im Iran ist unklar, ob die letzten beiden Saisonrennen am 29. November in Katar und am 6. Dezember in Abu Dhabi wie geplant stattfinden können.

Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali erklärte, man wolle eine Entscheidung so lange wie möglich hinauszögern. Spätestens vor Ende September müsse jedoch Klarheit herrschen.

Sollte der aktuelle Kalender bestehen bleiben, wartet auf die Teams eine besonders anstrengende zweite Saisonhälfte. Gleich drei Triple-Header – also jeweils drei Rennwochenenden hintereinander – würden Fahrer und Mannschaften dann zusätzlich fordern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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